Gute Texte sind der Unterschied zwischen Besuchern und Kunden
Ihre Website kann technisch perfekt sein — wenn die Texte nicht überzeugen, verlieren Sie Besucher in Sekunden. Wir zeigen, wie Sie verständlich, emotional und strukturiert schreiben.
Die Fachsprachen-Falle: Warum Experten schlecht für Laien schreiben
Wer täglich mit Fachbegriffen arbeitet, verliert das Gefühl dafür, was Laien verstehen. Kommunikationswissenschaftler nennen das die "Illusion der Einfachheit": Sie glauben klar zu schreiben, aber Ihre Kunden verstehen nur die Hälfte.
Das passiert nicht nur Ärzten, die "dorsalgische Beschwerdebilder" statt "Rückenschmerzen" schreiben. Auch der Handwerker, der von "Wärmebrücken" redet, der Steuerberater mit seiner "Abschichtung" oder der Webdesigner mit "responsivem Layout" verliert Kunden — nicht, weil er nichts kann, sondern weil er es nicht verständlich erklärt.
Einfacher Selbsttest
Lesen Sie Ihre Texte einem Familienmitglied vor, das nichts mit Ihrer Branche zu tun hat. Wenn es nachfragen muss, sind die Texte zu kompliziert.
Vier Fragen helfen vor jedem Text: Für wen schreibe ich? Was wollen meine Leser? Was will ich erreichen? Und wie bringe ich die Information für die richtige Person an den richtigen Ort?
Struktur schlägt Länge: Texte, die gescannt werden können
Menschen lesen Webseiten nicht — sie scannen sie. Das Auge fliegt über die Seite und sucht nach Ankerpunkten: Überschriften, Fettungen, Listen. Wer seine Texte nicht darauf ausrichtet, verliert die meisten Besucher nach wenigen Sekunden.
- Wichtige Informationen an den Anfang — von Sätzen, Absätzen und Seiten. Was zuerst kommt, wird zuerst wahrgenommen.
- Klare Überschriften mit starkem "Informationsduft": Der Leser muss sofort erkennen, ob sich das Weiterlesen lohnt.
- Kurze Absätze statt Textwände. Jeder Absatz sollte einen Gedanken enthalten — nicht drei.
- Listen und Aufzählungen für alles, was mehr als zwei Punkte hat. Listen sind schneller erfassbar als Fließtext.
- Fettungen und visuelle Akzente für Schlüsselbegriffe — das hilft beim Scannen und nebenbei auch bei der Suchmaschinenoptimierung.
F- und Z-Muster
Studien zeigen, dass westliche Leser Webseiten in einem F-förmigen Muster scannen: zuerst horizontal oben, dann horizontal in der Mitte, dann vertikal links. Platzieren Sie Ihre wichtigsten Inhalte dort, wo das Auge zuerst hinschaut.
Zehn bewaehrte Schreibregeln machen den Unterschied zwischen Texten, die gelesen werden, und solchen, die ueberscrollt werden: Aktive Sprache statt Passiv. Kurze Saetze statt Schachtelsaetze. Verben statt Nominalisierungen. Konkrete Woerter statt Abstraktionen. Direkte Leseransprache. Allgemeinverstaendlichkeit ohne Fachjargon. Sprachvarianz statt Wortwiederholungen. Eine klare Ueberschriftenhierarchie (H1 bis H4). Und vor allem: jeder Absatz genau ein Gedanke.
Den richtigen Ton treffen: Vier Stile für Ihre Website
Jeder Text auf Ihrer Website trägt zum Gesamteindruck bei — auch die Beschriftung eines Buttons. Die Wahl des Tonfalls ist eine bewusste Entscheidung, die zu Ihrem Unternehmen und Ihrer Zielgruppe passen muss.
- Informativ: Sachlich und faktenbasiert. Gut für Leistungsbeschreibungen und Erklärseiten. "Studien zeigen, dass …"
- Unterstützend: Empathisch und verständnisvoll. Gut für Dienstleister, die mit persönlichen Anliegen arbeiten. "Wir verstehen, dass …"
- Ermutigend: Motivierend und aktivierend. Gut für Coaches, Trainer und Gesundheitsanbieter. "Sie haben es in der Hand …"
- Erzählerisch: Storytelling und Narrative. Gut für Über-uns-Seiten und Fallstudien. "Am Anfang stand eine einfache Idee …"
Die meisten Unternehmens-Websites profitieren von einer Mischung: informativ auf den Leistungsseiten, unterstützend auf den Kontaktseiten, erzählerisch auf der Über-uns-Seite. Wichtig ist Konsistenz — nicht auf jeder Seite einen anderen Stil.
Vorsicht vor Werbesprache
Floskeln wie "Wir sind die Besten", "einzigartige Qualität" oder "innovatives Konzept" sagen nichts aus und wirken unglaubwürdig. Konkrete Aussagen überzeugen: Was genau machen Sie? Für wen? Mit welchem Ergebnis?
Storytelling: Machen Sie Ihre Kunden zum Helden
Geschichten wirken, weil sie Emotionen wecken und im Gedächtnis bleiben. Im Geschäftskontext bedeutet das: Statt Ihre Dienstleistungen aufzuzählen, erzählen Sie, wie Sie jemandem geholfen haben.
Das StoryBrand-Framework von Donald Miller gibt dafür eine einfache Struktur: Der Kunde ist der Held Ihrer Geschichte, nicht Ihr Unternehmen. Sie sind der Mentor — der Experte, der einen Plan hat und dem Helden hilft, sein Problem zu lösen.
- Der Held (Ihr Kunde) hat ein Problem — etwa einen veralteten Webauftritt, der keine Anfragen bringt.
- Er sucht einen Mentor (Sie) — jemanden, der das Problem versteht und Erfahrung mitbringt.
- Der Mentor hat einen Plan — einen konkreten Weg vom Problem zur Lösung.
- Er fordert zum Handeln auf — eine klare nächste Aktion (Beratungsgespräch, Erstgespräch).
- Das Ergebnis: Der Held erreicht sein Ziel — eine Website, die Kunden bringt.
Storytelling für kleine Unternehmen
Sie brauchen keinen Werbefilm. Erzählen Sie auf Ihrer Über-uns-Seite, warum Sie Ihr Geschäft gegründet haben. Zeigen Sie auf Leistungsseiten, wie ein typischer Projektablauf aussieht. Nutzen Sie echte Beispiele statt abstrakter Versprechen.
Einfache und Leichte Sprache: Mehr Menschen erreichen
Verständlich schreiben ist kein Qualitätsverlust — es ist eine Kompetenz. Einfache Sprache hilft nicht nur Menschen mit eingeschränkten Lesefähigkeiten, sondern auch jedem, der ein Thema zum ersten Mal liest. Und das betrifft fast alle Ihre Website-Besucher.
Es gibt zwei Abstufungen: Einfache Sprache bedeutet verständlich schreiben — kurze Sätze, bekannte Wörter, klare Struktur. Leichte Sprache geht weiter und folgt einem festen Regelwerk: keine Nebensätze, aktive Formulierungen, Fachbegriffe werden erklärt, nach jedem Satz ein Absatz.
Barrierefreiheit durch Sprache
In Deutschland gibt es mehrere Millionen funktionale Analphabeten, dazu Menschen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche, geistigen Behinderungen oder geringen Deutschkenntnissen. Wer diese Gruppen erreichen will, braucht Texte in Einfacher oder Leichter Sprache.
Die gute Nachricht: Die Prinzipien der Einfachen Sprache machen jeden Text besser — auch für Menschen ohne Einschränkungen. Kurze Sätze, aktive Verben, konkrete Wörter statt Abstraktionen. Probieren Sie es aus: Nehmen Sie einen Text von Ihrer Website und kürzen Sie jeden Satz auf maximal 15 Wörter.
Von einzelnen Texten zur Content-Strategie
Gute Webtexte allein reichen nicht — sie brauchen einen Rahmen. Content-Marketing bedeutet, regelmäßig wertvolle Inhalte zu veröffentlichen, die Ihre Zielgruppe interessieren. Das können Ratgeber-Artikel sein, Antworten auf häufige Fragen oder Einblicke in Ihre Arbeit.
- Informieren: Beantworten Sie die Fragen, die Ihre Kunden wirklich stellen — nicht die, von denen Sie glauben, dass sie gestellt werden.
- Inspirieren: Zeigen Sie Beispiele, Erfolgsgeschichten und Einblicke hinter die Kulissen.
- Einladen: Jeder Text braucht einen nächsten Schritt — eine Handlungsaufforderung, die zum Besucher passt.
Sie müssen nicht täglich bloggen. Ein gut geschriebener Artikel pro Monat, der eine echte Frage Ihrer Kunden beantwortet, bringt mehr als tägliche Social-Media-Posts ohne Substanz. Wichtig ist: Ihre Website ist Ihr digitales Zuhause. Alles andere — Social Media, E-Mail, Empfehlungen — führt dorthin zurück.
Content-Ideen finden
Hören Sie Ihren Kunden zu: Welche Fragen stellen sie am Telefon? Welche Begriffe verwenden sie? Diese Fragen und Begriffe sind Ihre Content-Themen — und gleichzeitig die Suchbegriffe, mit denen neue Kunden Sie finden.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Fachsprache ist der häufigste Fehler auf Unternehmens-Websites. Schreiben Sie für Ihre Kunden, nicht für Ihre Kollegen.
- Storytelling macht den Kunden zum Helden — Ihr Unternehmen ist der Mentor, der hilft, ein Problem zu lösen.
- Starke Überschriften wirken wie ein Wegweiser: Sie signalisieren dem Leser, ob sich das Weiterlesen lohnt.
- Einfache Sprache ist kein Qualitätsverlust — sie erreicht mehr Menschen und verbessert die Verständlichkeit für alle.
- Jeder Text auf Ihrer Website braucht ein Ziel: Wer liest das? Was soll danach passieren?
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