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Webdesign

User Experience — Ihre Website aus den Augen Ihrer Kunden

Die meisten Unternehmenswebsites reden über sich selbst statt über den Nutzen für den Kunden. Gute User Experience dreht diese Perspektive um — und verwandelt Besucher in Anfragen.

Was ist User Experience?

User Experience (UX) beschreibt das Gesamterlebnis, das ein Mensch bei der Interaktion mit einem Produkt, einer Dienstleistung oder einem digitalen Angebot hat. Im Kontext des Online-Marketings steht UX für die Frage: Wie fühlt sich ein Besucher auf Ihrer Website? Findet er schnell, was er sucht? Versteht er Ihr Angebot? Hat er Vertrauen?

Gute UX ist kein Luxus für Großunternehmen — sie ist die Grundlage dafür, dass Website-Besucher zu Kunden werden. Für lokale Unternehmen in Weimar bedeutet das: Ihre Website muss auf dem Smartphone genauso gut funktionieren wie am Desktop. Die Telefonnummer muss klickbar sein. Die Öffnungszeiten müssen sofort sichtbar sein. Jede Sekunde, die ein Besucher suchen muss, kostet Sie potenzielle Kunden.

UX vs. UI

User Experience (UX) ist das Gesamterlebnis — User Interface (UI) ist die Oberfläche. Ein schönes Design (UI) nützt nichts, wenn die Bedienung frustriert (schlechte UX). Umgekehrt kann eine schlichte Website hervorragend funktionieren.

Empfangsorientiert statt senderorientiert denken

Der häufigste UX-Fehler auf Unternehmenswebsites: Sie sind senderorientiert statt empfangsorientiert gestaltet. Die Startseite zeigt ein großes Firmenfoto, die Geschichte des Unternehmens seit 1985 und einen Slogan, den nur Insider verstehen. Was der Besucher sucht — die Antwort auf sein konkretes Problem — findet er erst nach drei Klicks.

Empfangsorientierte UX bedeutet: Jede Seite beginnt mit dem Nutzen für den Besucher. Nicht 'Wir sind seit 30 Jahren Ihr Partner', sondern 'Rohrbruch am Wochenende? Wir sind in 30 Minuten bei Ihnen.' Der Kern guter UX ist die Rückbesinnung auf den Kunden: Im Kopf der Kundschaft denken — und im Herzen der Kundschaft fühlen.

  • Statt Firmengeschichte: konkreten Nutzen auf der Startseite zeigen
  • Statt Fachjargon: die Sprache Ihrer Kunden sprechen
  • Statt Selbstlob: Kundenstimmen und Bewertungen einbinden
  • Statt versteckter Kontaktdaten: Telefonnummer und Formular prominent platzieren

UX auf der Unternehmenswebsite

Für die meisten lokalen Unternehmen ist die Website der wichtigste digitale Touchpoint. Die UX Ihrer Website entscheidet darüber, ob ein Google-Sucher zum Kunden wird oder zur Konkurrenz weiterklickt. Die wichtigsten UX-Faktoren sind Geschwindigkeit, Klarheit und Handlungsorientierung.

  • Ladezeit unter 3 Sekunden — jede Sekunde mehr kostet messbar Besucher
  • Klare Struktur: Was bieten Sie an? Für wen? Wie erreicht man Sie?
  • Mobile First: Die Mehrheit der lokalen Suchen kommt vom Smartphone — Ihre Website muss dort einwandfrei funktionieren
  • Sichtbare Call-to-Actions: 'Jetzt anrufen', 'Termin vereinbaren', 'Angebot anfordern' — sichtbar ohne Scrollen (im Fachjargon: 'above the fold')
  • Vertrauenselemente: Bewertungen, Referenzen, Zertifikate, echte Fotos
  • Barrierefreiheit: Ihre Website sollte auch für Menschen mit Einschränkungen nutzbar sein — ausreichende Kontraste, lesbare Schriftgrößen, alternative Bildbeschreibungen. Das ist nicht nur ethisch richtig, sondern verbessert auch die Nutzbarkeit für alle Besucher

Schnelltest für Ihre Website

Bitten Sie jemanden, der Ihr Unternehmen nicht kennt, Ihre Website 10 Sekunden lang anzuschauen. Kann die Person danach sagen, was Sie anbieten und wie man Sie kontaktiert? Wenn nicht, ist die UX verbesserungswürdig.

Acht Seitentypen, die jede Unternehmenswebsite braucht

Prüfen Sie Ihre Website gegen diese Checkliste: Startseite (beantwortet in 3 Sekunden: Wer sind Sie? Was bieten Sie?), Übersichtsseiten (Leistungsspektrum auf einen Blick), Detailseiten (je eine pro Leistung mit Problem → Lösung → CTA), Über-uns-Seite (Team, Geschichte, Vertrauen), Kontaktseite (Telefon + Formular + Vertrauenssignale), Landingpages (für einzelne Kampagnen), Impressum + Datenschutz (Pflicht), 404-Fehlerseite (Wegweiser zurück).

Nutzen kommunizieren statt Features auflisten

Ein zentraler UX-Grundsatz: Kommunizieren Sie den Nutzen, nicht die Eigenschaften. Kunden kaufen keine Bohrmaschine — sie kaufen ein Loch in der Wand. Kunden kaufen keine Website — sie kaufen Sichtbarkeit, Kundenanfragen und Umsatz. Diese Perspektive muss sich in jedem Text, jeder Überschrift und jedem Call-to-Action widerspiegeln.

Im Online-Marketing gilt das besonders: Nutzer entscheiden in Sekunden, ob eine Seite relevant ist. Wenn die Überschrift den Nutzen kommuniziert, bleiben sie. Wenn sie erst lesen müssen, was das Unternehmen alles kann, sind sie weg. Der Nutzen wird immer aus der Zielgruppenperspektive definiert — was der Anbieter für wichtig hält, ist zweitrangig.

Nutzen-Formel

Ersetzen Sie jedes 'Wir bieten...' durch 'Sie bekommen...'. Statt 'Wir bieten professionelles Webdesign' schreiben Sie 'Sie bekommen eine Website, die Ihnen jeden Tag neue Kundenanfragen bringt'.

UX messen und verbessern

User Experience ist kein Bauchgefühl — sie lässt sich messen. Die wichtigsten Indikatoren für schlechte UX sind hohe Absprungraten (Besucher verlassen die Seite sofort), niedrige Verweildauer, geringe Klickraten auf Call-to-Actions und wenige Kontaktanfragen im Verhältnis zu Besuchern. Google Analytics liefert diese Daten kostenlos.

  • Absprungrate über 60%: Besucher finden nicht, was sie suchen
  • Verweildauer unter 30 Sekunden: Die Seite überzeugt nicht
  • Niedrige Conversion-Rate: Der Weg zum Kontakt ist zu kompliziert
  • Hohe Ausstiegsrate auf bestimmten Seiten: Diese Seiten brauchen Überarbeitung

Neben der datengestützten Analyse gibt es einen komplementären Ansatz: die strukturierte Inspektion. Bei einer heuristischen Bewertung prüfen Sie Ihre Website systematisch gegen etablierte Usability-Kriterien — von der Navigation über die Lesbarkeit bis zur Fehlerbehandlung. Dieser Ansatz deckt Probleme auf, die in Analytics-Daten nicht sichtbar sind, weil sie Besucher vertreiben, bevor diese überhaupt eine messbare Spur hinterlassen.

Nichts ist so instabil wie die Präferenzen der Zielgruppen. Deshalb gilt die bewährte Leitidee des Dialog-Marketings auch für UX: Testen, Testen, Testen. Probieren Sie verschiedene Überschriften, Bilder und Call-to-Actions aus. Messen Sie, was besser funktioniert. Und hören Sie nie auf, Ihre Website aus Kundensicht zu optimieren.

Card Sorting

Eine einfache Methode, um Ihre Website-Struktur zu testen: Schreiben Sie jeden geplanten Inhalt auf eine Karteikarte. Lassen Sie Teammitglieder und — noch wichtiger — praxisexterne Testpersonen die Karten sortieren, gruppieren und passende Oberbegriffe finden. Vergleichen Sie die Ergebnisse mit Ihrer eigenen Struktur. Wo sich die Gruppierungen unterscheiden, denken Ihre Nutzer anders als Sie.

Texte für Scanner — warum Nutzer nicht lesen

Nutzer lesen Ihre Texte nicht — sie scannen sie. Sie suchen nach bestimmten Wörtern, die zu ihrem aktuellen Informationsbedarf passen. Erst wenn etwas ihr Interesse weckt, lesen sie einen Abschnitt intensiver. Das bedeutet: Wenn Ihre Website darauf angewiesen ist, dass jemand einen langen Text von Anfang bis Ende durchliest, funktioniert sie nicht.

Bevor Sie einen Text schreiben, beantworten Sie vier Fragen: Warum schreibe ich diesen Text? Was ist meine Kernbotschaft? Für wen schreibe ich? Welche Reaktion erwarte ich? Die Antworten bestimmen Länge, Tonalität und Struktur Ihres Textes.

  • Überschriften müssen informieren und Aufmerksamkeit schaffen — nicht clever klingen.
  • Klare visuelle Hierarchie: Überschriften, Zwischenüberschriften, Abschnitte. Der Blick muss die Struktur sofort erfassen.
  • Kurze Sätze, Inhalte in Absätze gegliedert, ausreichend Weißraum.
  • Wichtige Begriffe und Kernaussagen fett hervorheben.
  • Fachbegriffe und Abkürzungen erklären — Ihre Kunden sind keine Branchenexperten.
  • Fehlerfreie Texte signalisieren Professionalität. Lassen Sie jeden Text Korrektur lesen.

Konsistenz schafft Vertrauen

Wiederkehrende Elemente müssen immer gleich benannt werden. Wenn Ihre Navigation „Leistungen“ sagt, sollte die Überschrift nicht „Unser Angebot“ lauten. Einheitliche Benennung, gleiche Tonalität und konsistente Farben und Schriften geben Besuchern Orientierung und stärken die Wiedererkennung.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • UX ist das Gesamterlebnis des Nutzers — nicht nur hübsches Design, sondern ob Besucher finden, was sie suchen.
  • Empfangsorientiert statt senderorientiert: Kommunizieren Sie den Nutzen für den Kunden, nicht Ihre Firmengeschichte.
  • Mobile UX ist für lokale Unternehmen entscheidend — die Mehrheit der lokalen Suchen kommt vom Smartphone.
  • UX lässt sich messen: Absprungrate, Verweildauer und Conversion-Rate zeigen, wo Verbesserungspotenzial liegt.

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