Gute Websites entstehen aus guten Briefings
Eine Agentur kann nur so gut arbeiten, wie Sie sie informieren. Wer die richtigen Fragen beantwortet, bekommt ein besseres Ergebnis — und vermeidet teure Missverständnisse.
Warum ein Briefing den Unterschied macht
Viele Website-Projekte scheitern nicht an der Technik, sondern an der Kommunikation. Der Händler erzählt dem Webdesigner, er brauche „einfach eine Website“. Der Designer baut, was er für richtig hält. Am Ende ist niemand zufrieden — und beide fragen sich, warum.
Ein Briefing ist die strukturierte Wissensweitergabe vom Auftraggeber an die Agentur. Es enthält alle relevanten Informationen: Was Ihr Unternehmen macht, wen Sie erreichen wollen, was die Website leisten soll. Ohne dieses Fundament baut jede Agentur im Nebel. Es gilt: Gold in, Gold out — je besser das Briefing, desto besser das Ergebnis.
Projektspezifikation
Ein gutes Briefing wird automatisch zur Projektspezifikation. Es definiert Ziele, Umfang und Erwartungen — und gibt beiden Seiten eine gemeinsame Grundlage, auf die sie sich im Projektverlauf beziehen können.
Die richtige Agentur finden
Nicht jede Agentur passt zu jedem Unternehmen. Die Auswahl verdient genauso viel Sorgfalt wie die spätere Zusammenarbeit. Gehen Sie systematisch vor, statt sich vom ersten schönen Portfolio blenden zu lassen.
- Portfolio prüfen: Schauen Sie sich die bisherigen Arbeiten der Agentur an. Passen Stil und Qualität zu Ihren Vorstellungen?
- Referenzen befragen: Fragen Sie frühere Kunden nach dem Projektablauf, nicht nur nach dem Ergebnis. Wie war die Kommunikation? Wurden Termine eingehalten?
- Branchenwissen prüfen: Versteht die Agentur Ihre Branche? Wer Websites für Arztpraxen baut, muss andere Regeln kennen als jemand, der Online-Shops erstellt.
- Persönlich kennenlernen: Gute Agenturen nehmen sich Zeit und geben keine oberflächlichen Antworten. Achten Sie auf gegenseitigen Respekt und gutes Verständnis.
- Konkretes Angebot einholen: Verlangen Sie ein detailliertes, seriöses Angebot — nicht nur eine Schätzung per E-Mail.
Kollegennetzwerk
Fragen Sie Geschäftspartner und Kollegen, wer ihre Websites gebaut hat und wie zufrieden sie waren. Persönliche Empfehlungen sind für lokale Unternehmen in Weimar der zuverlässigste Weg.
Was in ein gutes Briefing gehört
Ein vollständiges Briefing beantwortet sieben Themenbereiche. Sie müssen nicht auf jede Frage eine perfekte Antwort haben — aber die Fragen durchzuarbeiten zwingt Sie, Ihr Projekt zu durchdenken.
- Allgemeine Informationen: Unternehmensname, Beschreibung, Philosophie, Ansprechpartner und deren Rollen.
- Zum Projekt: Neubau, Redesign oder Teiloptimierung? Warum jetzt? Aktuelle Website-Adresse, Konkurrenz-Websites mit Stärken und Schwächen, Ihr Alleinstellungsmerkmal.
- Zu den Nutzern: Wer sind Ihre Zielgruppen? Was bringt Besucher auf Ihre Website? Welche Bedürfnisse erfüllt Ihre aktuelle Seite — und welche nicht?
- Zur Marke: Bestehendes Corporate Design, gewünschte Emotionen, Stilrichtung, vorhandene Gestaltungsrichtlinien.
- Umfang und Sonderfunktionen: Geplante Inhalte (Video, Audio?), CMS-Anforderungen, Drittanbieter-Integrationen, Mehrsprachigkeit, ungefähre Seitenzahl.
- Technische Anforderungen: Multi-Device-Unterstützung, bestehende Domain und Server, Datenbank-Anbindung, Browser-Anforderungen.
- Zeit und Budget: Projektstart und -ende, besondere Deadlines, verfügbares Budget.
- Social-Media-Anforderungen: Soll die Website an Social-Media-Kanäle angebunden werden? Brauchen Sie Social-Sharing-Buttons, eine Instagram-Galerie oder eine Tracking-Pixel-Integration? Klären Sie auch, wer die Social-Media-Inhalte erstellt und ob die Agentur dabei unterstützen soll.
Häufiger Fehler
Viele Auftraggeber verschweigen ihr Budget, weil sie Angst haben, über den Tisch gezogen zu werden. Das Gegenteil passiert: Ohne Budgetrahmen kann die Agentur nicht realistisch planen und schlägt entweder zu viel oder zu wenig vor.
Beispiel-Budget: Kleine Dienstleistungswebsite
Eine statische, mobil-optimierte Website mit Online-Terminvereinbarung für eine Physiotherapiepraxis — mit Startseite, Leistungsseiten, Team-Seite und Kontakt — liegt in der Regel bei 5.000 bis 7.000 Euro. Zeitrahmen: ca. 3 Monate vom Briefing bis zum Launch. Diese Größenordnung hilft Ihnen, ein realistisches Gespräch mit Agenturen zu führen.
Nutzer und Zielgruppen im Briefing verankern
Der wichtigste Teil eines Briefings betrifft nicht Farben oder Technik — sondern die Menschen, die Ihre Website später nutzen sollen. Wer seine Nutzer nicht kennt, baut eine Website für sich selbst statt für seine Kunden.
Beantworten Sie im Briefing konkret: Welche Hauptzielgruppe wollen Sie ansprechen? Was erwarten diese Menschen von Ihrer Website? Welche Aktion sollen Besucher als Erstes durchführen — anrufen, ein Formular ausfüllen, eine Adresse finden?
Denken Sie dabei in konkreten Szenarien. Ein Geschäftsreisender, der mit Zahnschmerzen einen Zahnarzt in der Nähe sucht, hat völlig andere Bedürfnisse als eine junge Familie, die einen Kinderarzt für die Vorsorgeuntersuchung wählt. Beide landen auf derselben Website — aber mit unterschiedlichen Fragen.
Einfacher Selbsttest
Fragen Sie fünf bestehende Kunden: Warum haben Sie sich für uns entschieden? Wie haben Sie uns gefunden? Was war Ihnen wichtig? Die Antworten sind Gold für Ihr Briefing.
Verantwortung teilen — nicht abgeben
Ein weit verbreitetes Missverständnis: „Ich beauftrage eine Agentur, die macht alles, und am Ende habe ich eine fertige Website.“ So funktioniert es nicht. Auch wenn Sie die Entwicklung an Profis abgeben, müssen Sie als Auftraggeber beteiligt bleiben und Einfluss auf die Entwicklung behalten. Ein wichtiger Schritt, den viele überspringen: das Re-Briefing. Dabei bestätigt die Agentur in eigenen Worten, was sie verstanden hat. Erst wenn beide Seiten das Gleiche meinen, sollte die Arbeit beginnen.
- Texte und Bilder liefern: Die Agentur kann Ihre Website gestalten, aber Ihre Inhalte kennen nur Sie. Professionelle Fotos Ihres Teams und Ihrer Räume sind durch Stockfotos nicht zu ersetzen.
- Feedback geben: Regelmäßige Rückmeldung hält das Projekt auf Kurs. Schweigen ist kein Feedback.
- Entscheidungen treffen: Die Agentur zeigt Optionen, Sie entscheiden. Verzögerte Entscheidungen verzögern das gesamte Projekt.
- Pflege nach Launch planen: Wer pflegt die Website nach dem Go-Live? Klären Sie das vor Projektbeginn, nicht danach.
Partnerschaft auf Augenhöhe
Die besten Ergebnisse entstehen, wenn Auftraggeber und Agentur sich als Partner verstehen. Sie bringen Branchenwissen und Kundenkenntnis mit, die Agentur bringt technisches Know-how und Erfahrung im Webdesign.
So bereiten Sie sich auf das erste Gespräch vor
Sie müssen kein perfektes Briefing-Dokument abliefern, bevor Sie eine Agentur ansprechen. Aber je besser Sie vorbereitet sind, desto produktiver wird das erste Gespräch — und desto genauer wird das Angebot.
- Drei Konkurrenz-Websites ansehen und notieren, was Ihnen gefällt und was nicht.
- Ihre wichtigste Zielgruppe in einem Satz beschreiben.
- Das Hauptziel Ihrer Website in einem Satz formulieren: Was soll ein Besucher tun?
- Vorhandene Materialien sammeln: Logo, Fotos, Texte, Broschüren, Visitenkarten.
- Ein realistisches Budget für die Erstinvestition festlegen — und für die monatliche Pflege.
Kunden, die mit diesen fünf Punkten in ein Erstgespräch kommen, signalisieren der Agentur Professionalität. Und sie bekommen ein deutlich besseres Ergebnis als jemand, der sagt: „Machen Sie mal was Schönes.“
Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Briefing ist die strukturierte Wissensweitergabe an die Agentur — ohne geht es nicht.
- Die Agenturauswahl verdient genauso viel Sorgfalt wie das Projekt selbst. Referenzen und persönlicher Eindruck zählen.
- Das Briefing muss vor allem die Nutzer beschreiben — nicht nur Farben und Funktionen.
- Outsourcing heißt nicht, Verantwortung abzugeben. Auftraggeber müssen beteiligt bleiben.
- Vorbereitung spart Geld: Wer mit klaren Zielen und Budget ins Erstgespräch geht, bekommt ein besseres Angebot.
Weiterführende Seiten
Passende Leistungen
Für Ihre Branche
Websites für Ärzte & Praxen
Arztpraxen müssen im Briefing besondere Anforderungen klären: Heilmittelwerbegesetz, Patientendaten, Terminbuchung.
Websites für Handwerker
Handwerker brauchen ein klares Briefing, damit die Agentur den Betrieb und seine Kunden versteht.
Websites für Vereine
Vereine mit begrenztem Budget profitieren besonders von einem strukturierten Briefing — es vermeidet teure Fehlentwicklungen.
Websites für Kanzleien
Worauf Kanzleien bei der Auswahl und Briefing einer Web-Agentur achten sollten — Branchenkenntnis ist entscheidend.
Weiterführende Artikel
Webdesign-Grundlagen: Visuelle Gestaltungsprinzipien für Ihre Website
Das Briefing definiert Designanforderungen wie Corporate Design, Farbwelt und Stilrichtung.
User Experience (UX) — Websites aus Kundensicht gestalten
Ein gutes Briefing enthält Nutzerbeschreibungen und Szenarien — die Grundlage für gute UX.
Zielgruppenanalyse — Kunden verstehen und gezielt ansprechen
Ohne Zielgruppenkenntnis fehlt dem Briefing die wichtigste Information: für wen wird die Website gebaut?
Website-Konzeption: So planen Sie Ihren Internetauftritt strategisch
Das Briefing ist die Brücke zwischen Konzeption und Umsetzung — es übersetzt die Strategie in einen Auftrag.
Webtexte, die überzeugen: So schreiben Sie für Ihre Website
Das Briefing definiert Tonfall und Zielgruppe — die Grundlage für jeden Webtext.
Was kostet eine professionelle Website? Preise, Faktoren und Budgetplanung
Ein gutes Briefing ist der beste Schutz vor unerwarteten Kosten.
Marketing-Organisation: Struktur, Rollen und Prozesse
Die Make-or-Buy-Entscheidung bestimmt, ob ein Agentur-Briefing nötig ist.
Häufige Fragen
Kostenloses Erstgespräch
Schreiben Sie uns – wir melden uns innerhalb von 24 Stunden.