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KI

KI-Texte erstellen — so wird der Output wirklich gut

KI kann Texte schreiben. Aber gute Texte? Das hängt davon ab, wie Sie die KI einsetzen. Vom richtigen Prompting über die Arbeitsteilung bis zur Qualitätskontrolle — dieser Leitfaden zeigt, wie professionelle KI-Texterstellung in der Praxis funktioniert.

Wie gut sind KI-Texte wirklich? Was die Forschung zeigt

Die große Frage: Können KI-generierte Texte mit menschlich geschriebenen mithalten? Eine umfangreiche empirische Studie hat KI-Texte systematisch an drei Kriterienbereichen gemessen: sprachliche Qualität, SEO-Tauglichkeit und Zielgruppenorientierung. Das Ergebnis ist differenzierter, als die Überschriften vermuten lassen.

  • Sprachlich liefern aktuelle KI-Modelle solide Ergebnisse: aktive Sprache, kurze Sätze, gute Varianz. Manche Modelle übertreffen durchschnittliche menschliche Texter bei formalen Kriterien.
  • Bei SEO-Kriterien — Keyword-Fokus, Keyword-Verteilung, Lesbarkeit — schneiden KI-Texte gut ab, vergessen aber regelmäßig einzelne vorgegebene Keywords oder setzen sie unnatürlich ein.
  • Bei der Zielgruppenorientierung zeigen sich die größten Schwächen: fehlende emotionale Intelligenz, generische Formulierungen, keine Fähigkeit, Ängste oder Unsicherheiten der Leser vorwegzunehmen.
  • Die Korrektheit von Zahlen, Daten und Fakten ist nie hundertprozentig. KI halluziniert — manchmal subtil. Ohne menschliche Kontrolle sollte kein KI-Text veröffentlicht werden.

KI-Texte ranken — mit einer Einschränkung

Praxistests auf Testdomains zeigen: KI-Texte sind rankingfähig und werden von Google nicht pauschal abgestraft. Die Hypothese, dass menschliche Texte automatisch besser ranken, hat sich nicht bestätigt. Aber: Fachexperten identifizieren in KI-Texten regelmäßig Qualitätsmängel, die bei sensiblen Themen wie Gesundheit oder Recht das Nutzervertrauen gefährden können.

CustomGPT und Prompting: So holen Sie das Maximum heraus

Der Unterschied zwischen einem mittleren und einem guten KI-Text liegt nicht im Modell, sondern in der Vorbereitung. Zwei Maßnahmen machen den größten Unterschied: ein projektspezifischer CustomGPT und ein durchdachtes Prompting-Setup.

  • CustomGPT erstellen: Konfigurieren Sie einen eigenen GPT pro Textprojekt. Hinterlegen Sie Ihre Projektinstruktionen — Zielgruppe, Tonalität, SEO-Qualitätsstandard, Wording-Guidelines. Der GPT lernt mit jeder Aufgabe dazu und liefert zunehmend bessere Ergebnisse.
  • Separate GPTs für verschiedene Content-Typen: Ein GPT für informationalen Content (Ratgeber, Blogartikel), ein anderer für transaktionalen Content (Leistungsseiten, Landingpages). Die Anforderungen sind zu unterschiedlich für einen einzigen GPT.
  • Prompting-Setup vor Projektstart: Testen, analysieren, Hürden ableiten, anpassen. Fragen Sie die KI, was sie für das beste Ergebnis braucht. Lassen Sie sie Ihren Schreibstil analysieren und als Stilbeschreibung zurückgeben.
  • Präzise Prompts formulieren: 'Schreib einen Text über Webdesign' liefert Durchschnitt. 'Schreib einen Ratgeberartikel für lokale Handwerker in Thüringen, die eine neue Website planen. Tonalität: freundlich, kompetent, ohne Fachjargon. Fokus-Keyword: Webdesign Weimar.' liefert Qualität.

Stil-Transfer nutzen

Geben Sie der KI drei bis fünf Ihrer besten bisherigen Texte als Stilvorlage. Bitten Sie sie, den Stil zu beschreiben. Verwenden Sie diese Stilbeschreibung in allen künftigen Prompts. So behält Ihr Content eine konsistente Stimme — auch wenn die KI mithilft.

Mensch und KI: Wer macht was?

Die produktivste KI-Nutzung ist keine Vollautomatisierung, sondern eine klare Arbeitsteilung. Manche Aufgaben macht der Mensch besser, manche die KI — und die Grenzen sind deutlicher, als viele denken.

  • Der Mensch übernimmt: Keywordrecherche, Text-Briefing, Metadaten-Erstellung, interne Verlinkung, fachliches Lektorat, inhaltliche Prüfung, Keyword-Prüfung. Alles, was Strategie, Fachwissen und Urteilsvermögen erfordert.
  • Die KI übernimmt: Gliederungserstellung, Inhaltsrecherche, Textentwurf, Bildgenerierung, sprachliches Lektorat (Rechtschreibung, Grammatik). Alles, was Muster erkennen, strukturieren und formulieren erfordert.
  • Die KI als Sparringspartner: Bei komplexen Themen nicht alles auf einmal generieren lassen, sondern schrittweise zusammenarbeiten. Einzelne Aufgaben vergeben, Ergebnisse prüfen, nächsten Schritt einleiten.

Die Faustformel lautet: Je höher die Komplexität eines Themas, desto schlechter der KI-Output und desto größer der menschliche Nacharbeitsaufwand. Am besten geeignet ist KI für Top-of-Funnel-Content — Bewusstseinsschaffung und Interessenweckung. Bei Expertentexten für sensible Themen bleibt der Mensch am Steuer.

YMYL-Themen: Immer Fachexperten einbinden

Bei Themen, die Gesundheit, Finanzen oder Recht betreffen (YMYL — Your Money or Your Life), reicht KI-Output nicht aus. Fachexperten müssen KI-Texte prüfen, bevor sie veröffentlicht werden. Falschinformationen in diesen Bereichen können reale Schäden verursachen und das Vertrauen in Ihr Unternehmen zerstören.

Realistische Zeitersparnis: Was Sie erwarten können

KI spart Zeit — aber wie viel hängt stark vom Content-Typ ab. Pauschale Versprechen wie 'zehnmal schneller' führen in die Irre. Realistische Erwartungen helfen Ihnen, den KI-Einsatz richtig zu planen.

  • Blogartikel: Die größte Zeitersparnis. KI liefert Recherche und Textentwurf, Sie ergänzen und prüfen. Realistisch sparen Sie bei längeren Texten rund die Hälfte der bisherigen Zeit.
  • Kategorie- und Leistungsseiten: Mittlere Zeitersparnis. Kürzere Texte profitieren weniger von der KI-Recherche, aber die Formulierungshilfe ist wertvoll.
  • Komplexe Fachtexte: Geringste Zeitersparnis. Der KI-Entwurf braucht umfangreiche Nacharbeit, Faktencheck und fachliche Korrektur. Die Ersparnis liegt eher beim Drittel.
  • Content-Hygiene: Ein oft übersehener Anwendungsfall. Bestehende Texte optimieren, aktualisieren, für Online umschreiben — hier ist KI besonders effizient.

Die Grundregel

Je länger der Text und je umfangreicher die Recherche, desto größer die Zeitersparnis durch KI. Je komplexer und faktenlastiger das Thema, desto höher der menschliche Nacharbeitsaufwand. Planen Sie realistisch — KI ist ein Produktivitätswerkzeug, kein Autopilot.

KI-Texte erkennen: Worauf Leser und Google achten

KI-Texte werden immer besser — in Blindtests können die meisten Menschen KI-generierte und menschlich geschriebene Texte kaum noch unterscheiden. Trotzdem gibt es Muster, die erfahrene Leser und zunehmend auch Suchmaschinen erkennen.

  • Starre Strukturen: Gleichförmige Listen, vorhersehbare Gliederungen nach 'Einleitung — Hauptteil — Schluss'. KI-Texte haben einen erkennbaren Rhythmus.
  • Untypische Beispiele: KI greift auf anglophone Trainingsdaten zurück. Beispiele wie 'Tasse mit Logo der Universität' klingen in einem deutschen Text deplatziert.
  • KI-typische Floskeln: Bestimmte Wendungen und Formulierungen tauchen in KI-Texten gehäuft auf. Besonders bei Social-Media-Beiträgen fällt das auf.
  • Fehlende Ecken und Kanten: KI-Texte sind oft zu glatt, zu ausgewogen, zu perfekt. Echte Autoren haben eine Stimme — mit Meinungen, Erfahrungen und manchmal auch Brüchen.

Die beste Tarnung ist keine Tarnung

Statt KI-Texte als menschlich auszugeben, nutzen Sie KI als Entwurfswerkzeug und veredeln den Output mit Ihrer persönlichen Stimme, lokalen Beispielen und echtem Fachwissen. Das Ergebnis ist besser als beides allein — und ehrlich dazu.

Rechtlicher Rahmen: EU AI Act und Urheberrecht

KI-Texterstellung bewegt sich in einem sich schnell entwickelnden rechtlichen Rahmen. Zwei Themen sollten Sie auf dem Schirm haben, auch wenn die Details noch in Bewegung sind.

  • EU AI Act: Der europäische KI-Gesetzentwurf sieht eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte vor — maschinenlesbar. Bereiten Sie sich frühzeitig vor und informieren Sie sich über den aktuellen Stand.
  • Urheberrecht: KI-generierte Inhalte erreichen nach aktuellem Stand selbst kein Urheberrecht. Und KI kann bei der Textgenerierung bestehende Urheberrechte verletzen, wenn sie urheberrechtlich geschützte Formulierungen reproduziert.
  • Datenschutz: Personenbezogene Daten gehören nicht in KI-Prompts. Bei Team-Accounts bieten manche Anbieter die Garantie, dass hochgeladene Daten nicht für das KI-Training verwendet werden.
  • Empfehlung: Vor kommerziellem KI-Einsatz lohnt sich eine anwaltliche Beratung durch KI-Rechtsexperten. Die Rechtslage entwickelt sich schnell — was heute erlaubt ist, kann morgen reguliert sein.

Trainingsdaten-Problematik

KI-Modelle werden mit Daten aus dem Internet trainiert — oft ohne Erlaubnis der Urheber. Große Verlage haben bereits geklagt. Wenn KI zunehmend mit KI-generierten Inhalten trainiert wird, droht eine Qualitätsspirale nach unten. Ein Grund mehr, menschliche Qualitätssicherung nicht aufzugeben.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • KI-Texte sind qualitativ konkurrenzfähig — aber nur mit menschlicher Kontrolle. Ohne Prüfung sollte kein KI-Text veröffentlicht werden.
  • CustomGPTs mit Projektinstruktionen liefern deutlich bessere Ergebnisse als generische Prompts. Der Einrichtungsaufwand lohnt sich ab dem zweiten Text.
  • Die Arbeitsteilung ist klar: KI übernimmt Recherche, Gliederung und Textentwurf. Der Mensch behält die Hoheit über Keywords, Faktencheck und Qualität.
  • Je länger der Text und je umfangreicher die Recherche, desto größer die Zeitersparnis. Je komplexer und faktenlastiger, desto höher der Nacharbeitsaufwand.
  • Der EU AI Act sieht eine Kennzeichnungspflicht für KI-Inhalte vor. Bereiten Sie sich frühzeitig vor — auch wenn die Frist noch läuft.

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