Marketing-Organisation — Struktur für kleine Teams, die Großes leisten
Sie brauchen keine 18 Spezialisten. Aber Sie brauchen klare Prozesse. Erfahren Sie, welche Organisationsform zu Ihrem Unternehmen passt, welche Rollen abgedeckt sein müssen — und warum Ablauforganisation wichtiger ist als das Organigramm.
Warum Marketing-Organisation auch für kleine Unternehmen zählt
Marketing-Organisation klingt nach Konzernsprache. Aber auch ein Drei-Personen-Unternehmen in Weimar hat Marketing-Aufgaben — und wenn niemand klar zuständig ist, passiert nichts regelmäßig. Branchenumfragen zeigen immer wieder: Digital Marketing ist die Priorität Nr. 1 für Marketing-Verantwortliche — und trotzdem fehlt vielen kleinen Unternehmen eine klare Struktur.
Die Marketing-Organisation umfasst zwei Ebenen: Die Aufbauorganisation definiert die Struktur — wer ist wofür zuständig, wer entscheidet was. Die Ablauforganisation beschreibt die Prozesse — in welcher Reihenfolge wird was erledigt, welche Workflows gibt es. Für kleine Teams ist die zweite Ebene wichtiger.
Sechs Bausteine der Umsetzung
Die Umsetzung von Online-Marketing ruht auf sechs Pfeilern: Organisation (Struktur), Mitarbeiter und Team (Kompetenzen), Marketing-Budget (Finanzen), Marketing-Plan (Taktik), MarTech-Tools (Software) und Methoden/Prozesse (Arbeitsabläufe). Alle sechs müssen zusammenspielen.
Drei Organisationsformen: Welche passt zu Ihrem Unternehmen?
Es gibt nicht die eine richtige Marketing-Organisationsform. Die Wahl hängt von Ihrer Unternehmensgröße, Ihrem Produktportfolio und Ihrer Kundschaft ab.
- Funktionsorientiert: Abteilungen nach Marketing-Funktionen gegliedert — Content, SEO, Kampagnen, Analytics. Ideal für kleine und mittlere Unternehmen mit überschaubarem Angebot. Der Standard für die meisten KMU.
- Objektorientiert: Einheiten nach Produkten, Marken oder Kundengruppen strukturiert. Sinnvoll für Unternehmen mit unterschiedlichen Produktlinien oder stark verschiedenen Zielgruppen.
- Matrixorientiert: Projektteams arbeiten an Schnittstellen verschiedener Dimensionen. Für komplexe Projekte mit wechselnden Anforderungen — in der Praxis eher für größere Unternehmen relevant.
Für KMU: Funktional starten
Wenn Sie ein kleines Team haben und ein überschaubares Leistungsangebot — bleiben Sie bei der funktionalen Organisation. Eine Person für Content und Social Media, eine für Technik und Analytics, externe Unterstützung für Spezialthemen. Einfach, klar, effizient.
Marketing-Positionen — und warum Sie nicht alle brauchen
In großen Unternehmen gibt es zahlreiche spezialisierte Marketing-Positionen — vom SEO-Manager über den Social-Media-Manager bis zum Web-Analysten. In einem kleinen Unternehmen deckt eine Person oft fünf oder mehr dieser Rollen ab. Die Aufgaben bleiben trotzdem dieselben.
- Online-Marketing-Manager: Der Generalist, der die gesamte Strategie überblickt und koordiniert. In KMU oft der Geschäftsführer selbst.
- Content-Manager: Erstellt und verwaltet Inhalte — Texte, Bilder, Videos. In kleinen Teams oft identisch mit dem Social-Media-Manager.
- SEO-Manager: Optimiert Website-Inhalte für Suchmaschinen. Kann teilweise extern vergeben werden.
- Social-Media-Manager: Betreut die Social-Media-Präsenzen, erstellt Beiträge, beantwortet Kommentare.
- Web-Analyst: Analysiert Website-Daten und leitet Handlungsempfehlungen ab. In KMU oft eine Teilaufgabe des Marketingverantwortlichen.
Verstehen, was fehlt
Sie brauchen nicht für jede Funktion einen eigenen Mitarbeiter. Aber das Wissen um alle Marketing-Funktionen hilft Ihnen zu erkennen, welche Aufgaben bei Ihnen brachliegen. Wenn niemand in Ihrem Unternehmen Analytics macht, fliegen Sie blind. Wenn niemand an SEO denkt, werden Sie bei Google nicht gefunden.
Ablauforganisation: Klare Prozesse statt chaotischem Aktionismus
Für kleine Teams ist die Ablauforganisation — also klare Prozesse und Workflows — wichtiger als jedes Organigramm. Wenn nur zwei Menschen Marketing machen, ist die Hierarchie irrelevant. Was zählt: Wer macht was, bis wann, in welcher Reihenfolge?
- Konzeptionsprozess: Planung und Koordination — Strategie entwickeln, Ziele setzen, Maßnahmen planen. Dieser Prozess wird in KMU oft übersprungen zugunsten von sofortigem Handeln.
- Leistungserbringungsprozess: Die operative Umsetzung — Content erstellen, Kampagnen schalten, Social Media betreuen. Das, was die meisten unter 'Marketing machen' verstehen.
- Beide Prozesse sind nötig: Nur Konzeption ohne Umsetzung bringt nichts. Nur Umsetzung ohne Konzeption führt zu Aktionismus ohne Richtung.
Die häufigste KMU-Falle
Viele kleine Unternehmen springen direkt in die Umsetzung — ein Facebook-Post hier, eine Google-Anzeige dort — ohne strategisches Fundament. Das Ergebnis: viel Aktivität, wenig Wirkung. Investieren Sie einen Tag pro Quartal in Konzeption, bevor Sie Maßnahmen planen.
Zukunft der Marketing-Organisation: Agilität und KI
Die Marketing-Organisation der Zukunft wird sich entlang von sechs Dimensionen verändern: Kultur (Fehlertoleranz, Transparenz), Selbstorganisation (eigenverantwortliche Teams), MarTech (datengetriebene Automatisierung), Agilität (schnelle Reaktion auf Veränderungen), Kompetenzen (Data Science, Innovation) und In-/Outsourcing (Balance zwischen Flexibilität und Abhängigkeit).
In der Praxis ist das für die meisten KMU eine Wunschliste. Bestehende Mitarbeiter wehren sich oft gegen zu viel Veränderung, und der Aufbau neuer Kompetenzen braucht Zeit. Aber zwei Trends sind auch für kleine Unternehmen relevant: KI-Integration und agile Arbeitsweisen.
Ein praktischer erster Schritt
Beginnen Sie mit einem wöchentlichen 30-Minuten-Marketing-Meeting: Was wurde letzte Woche umgesetzt? Was hat funktioniert? Was steht diese Woche an? Dieser einfache Rhythmus ist bereits agiles Marketing im Kleinen — und bringt mehr Struktur als jedes Organigramm.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Es gibt nicht die eine richtige Marketing-Organisationsform — Unternehmensgröße, B2B/B2C und In-/Outsourcing-Strategie bestimmen die Struktur.
- Für KMU ist die funktionsorientierte Organisation der Standard: ein kleines Team deckt SEO, Content, Social Media und Analytics ab.
- Zahlreiche spezialisierte Marketing-Positionen existieren — in einem kleinen Unternehmen deckt eine Person oft fünf davon ab. Die Aufgaben bleiben dieselben.
- Ablauforganisation (klare Prozesse) schlägt Aufbauorganisation (Organigramm) in kleinen Teams. Wer macht was, bis wann, in welcher Reihenfolge?
- Digital Marketing ist die Top-Priorität für Marketing-Verantwortliche — Unternehmen, die es als optional betrachten, fallen zurück.
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