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Webdesign

Website-Audit — Wie gut ist Ihre Website wirklich?

Die meisten Unternehmer wissen nicht, ob ihre Website gut funktioniert — sie sind an sie gewöhnt. Diese Checkliste gibt Ihnen die richtigen Fragen, um Ihre Website objektiv zu bewerten und gezielt zu verbessern.

Warum ein Website-Audit?

Die meisten Unternehmer können ihre eigene Website nicht objektiv beurteilen. Sie sehen sie jeden Tag, wissen genau, wo alles steht — und übersehen deshalb die Probleme, an denen Ihre Kunden scheitern. Ein Website-Audit ist die Lösung: eine strukturierte Selbstbewertung, die Ihnen zeigt, wie gut Ihre Website wirklich funktioniert.

Das Gute: Sie brauchen dafür weder teure Berater noch spezielle Software. Mit den richtigen Fragen und einem systematischen Vorgehen können Sie die wichtigsten Schwachstellen selbst identifizieren — und gezielt verbessern. Die Prüfpunkte auf dieser Seite basieren auf den Usability-Heuristiken, die weltweit als Standard für die Bewertung von Benutzeroberflächen gelten.

Der Gewöhnungseffekt

Sie haben Ihre Website hundertmal gesehen. Sie wissen, wo die Telefonnummer steht. Aber ein Erstbesucher von Google sieht etwas völlig anderes. Ein Audit zwingt Sie, Ihre Website mit fremden Augen zu betrachten — und das ist der erste Schritt zur Verbesserung.

Der Erste-Eindruck-Test

Bevor Sie einzelne Details prüfen, treten Sie einen Schritt zurück. Zeigen Sie Ihre Website jemandem, der Ihr Unternehmen nicht kennt — für 10 Sekunden. Stellen Sie danach diese fünf Fragen:

  • Ist der Zweck der Website sofort klar? Was bieten Sie an?
  • Wirkt das Design professionell und zeitgemäß?
  • Gibt es ein durchgängiges Farbschema auf allen Seiten?
  • Weiß der Besucher, was er als Nächstes tun soll?
  • Fühlt er sich von der Informationsmenge überfordert?

Neben dem Gesamteindruck gehören auch die rechtlichen und technischen Grundlagen zum Audit. Sie sind in Deutschland Pflicht und gleichzeitig Vertrauenssignale für Ihre Besucher.

  • Impressum vollständig und von jeder Seite erreichbar
  • Datenschutzerklärung vorhanden und verlinkt
  • Cookie-Hinweis mit echter Einwilligungsmöglichkeit
  • SSL-Zertifikat aktiv (https:// in der Adresszeile)
  • Barrierefreiheitserklärung (seit dem BFSG empfohlen)

Der 10-Sekunden-Test in der Praxis

Bitten Sie drei Personen, die Ihr Unternehmen nicht kennen, Ihre Website 10 Sekunden lang anzuschauen. Fragen Sie danach: "Was bietet das Unternehmen an? Wie nimmt man Kontakt auf?" Wenn die Antworten nicht stimmen, haben Sie den Startpunkt für Ihr Audit gefunden.

Finden Besucher, was sie suchen?

Navigation ist das Rückgrat jeder Website. Wenn Besucher nicht innerhalb von Sekunden finden, was sie brauchen, gehen sie — zur Konkurrenz. Dieser Prüfpunkt deckt den gesamten Weg ab: vom Ankommen auf Ihrer Seite bis zum Finden der gewünschten Information.

  • Ist die Navigation klar beschriftet und logisch aufgebaut?
  • Weiß der Besucher auf jeder Seite, wo er sich befindet? (Aktive Menüpunkte, Breadcrumbs)
  • Sind alle wichtigen Seiten mit maximal zwei bis drei Klicks erreichbar?
  • Funktioniert die Navigation auch per Tastatur? (Tab-Taste, Enter)
  • Sind Links und Buttons groß genug für Touchscreens?
  • Werden durchgängig die gleichen Begriffe für die gleichen Dinge verwendet?

Ein häufiger Fehler: Die Navigation verwendet Begriffe, die nur intern verständlich sind. "Unser Kompetenzzentrum" statt "Leistungen", "Hub" statt "Ratgeber". Nutzen Sie die Wörter, die Ihre Kunden bei Google eingeben würden — das hilft der Orientierung und der Suchmaschinenoptimierung gleichzeitig.

Schlagwort-erste Beschriftung

"Termin buchen" funktioniert besser als "Hier klicken um einen Termin zu buchen". Das wichtigste Wort gehört an den Anfang — Besucher scannen Menüs und Links, statt sie Wort für Wort zu lesen.

Sind Ihre Inhalte lesbar und verständlich?

Guter Inhalt nützt nichts, wenn er nicht lesbar ist. Zu kleiner Text, schlechte Kontraste, fehlende Struktur — das sind Hürden, die Besucher nicht bewusst wahrnehmen, aber sofort spüren. Prüfen Sie diese Punkte am besten auf dem Smartphone, denn dort sehen die meisten Ihrer Kunden Ihre Website zuerst.

  • Ist die Schriftgröße komfortabel lesbar — auch auf dem Smartphone?
  • Hat der Text ausreichend Kontrast zum Hintergrund?
  • Gibt es Zwischenüberschriften, die den Inhalt in übersichtliche Abschnitte gliedern?
  • Haben alle Bilder alternative Beschreibungen (Alt-Text) für Suchmaschinen und Screenreader?
  • Ist die Sprache klar und frei von unnötigem Fachjargon?
  • Werden Videos mit Untertiteln angeboten?

Kostenloser Kontrast-Check

Mit dem WebAIM Contrast Checker können Sie in Sekunden testen, ob Ihre Textfarben ausreichend Kontrast haben. Vorder- und Hintergrundfarbe eingeben — das Tool zeigt sofort, ob die Standards erfüllt sind. Die meisten Unternehmenswebsites bestehen diesen Test nicht beim ersten Versuch.

Funktioniert Ihre Website effizient und störungsfrei?

Gute Websites lassen Besucher ihr Ziel ohne unnötigen Aufwand erreichen. Dieser Prüfpunkt deckt alles ab, was zwischen Besucher und Kontaktaufnahme steht: Formulare, Fehlermeldungen, Hilfe-Angebote und störende Elemente.

  • Fragt Ihr Kontaktformular nur die Daten ab, die wirklich nötig sind?
  • Sind Pflichtfelder klar gekennzeichnet — mit Text wie "erforderlich", nicht nur einem roten Stern?
  • Zeigen Fehlermeldungen konkret, was falsch ist und wie man es behebt?
  • Gibt es Fortschrittsanzeigen bei mehrstufigen Prozessen wie Buchungen oder Bestellungen?
  • Ist die Seite frei von störenden Popups, Auto-Play-Videos und aufdringlichen Overlays?
  • Finden Besucher Hilfe, wenn sie nicht weiterkommen? (FAQ, Tooltips, sichtbare Kontaktmöglichkeit)

Weniger Felder, mehr Anfragen

Jedes unnötige Formularfeld reduziert Ihre Anfragequote. Name, E-Mail, Nachricht — das reicht für einen Erstkontakt oft völlig aus. Telefonnummer, Firmengröße, Budget? Nur wenn Sie die Information wirklich brauchen. Je weniger Hürden zwischen Besucher und Kontakt, desto mehr Anfragen bekommen Sie.

Vom Audit zur Verbesserung

Nach dem Audit kommt der wichtigste Schritt: die Priorisierung. Nicht jede Feststellung erfordert sofortige Aufmerksamkeit. Gruppieren Sie zusammengehörende Probleme und konzentrieren Sie sich auf das, was den größten Unterschied für Ihre Kunden macht.

  • Sortieren Sie Ihre Ergebnisse: Was hindert Besucher aktiv? Was ist nur störend? Was ist rein kosmetisch?
  • Beginnen Sie mit Barrierefreiheit — das hat seit dem BFSG rechtliche Relevanz und verbessert die Nutzbarkeit für alle
  • Fassen Sie zusammengehörende Probleme zusammen: "Navigation überarbeiten" statt vier Einzelpunkte
  • Konzentrieren Sie sich auf drei bis fünf Kernprobleme, die den größten Unterschied machen
  • Dokumentieren Sie jedes Problem: Screenshot, kurze Beschreibung, konkreter Verbesserungsvorschlag

Annotierte Screenshots

Die einfachste Art, Audit-Ergebnisse festzuhalten: Screenshot machen, Problem mit farbigem Rahmen markieren, kurze Notiz dazuschreiben. Das funktioniert für Ihre eigene Dokumentation genauso wie als Briefing für eine Webagentur — ohne Designkenntnisse.

Wann Sie einen Profi einschalten sollten

Wenn Ihr Audit grundlegende Probleme aufdeckt — Website nicht mobilfähig, kein SSL-Zertifikat, kaputte Navigation — kann ein Selbst-Fix mehr schaden als helfen. Ein professioneller Website-Relaunch baut auf dem auf, was funktioniert, und ersetzt gezielt das, was nicht funktioniert.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ihre eigene Website können Sie am schlechtesten objektiv beurteilen — ein strukturiertes Audit mit konkreten Fragen deckt Schwachstellen auf, die Sie längst übersehen.
  • Starten Sie mit dem Erste-Eindruck-Test: Wenn ein Fremder in 10 Sekunden nicht sagen kann, was Sie anbieten, ist das Ihre Priorität Nummer eins.
  • Navigation, Lesbarkeit und Barrierefreiheit sind die drei Bereiche, in denen die meisten Unternehmenswebsites die größten Probleme haben.
  • Konzentrieren Sie sich auf drei bis fünf Kernprobleme statt alles auf einmal zu reparieren — der größte Effekt zählt.
  • Dokumentieren Sie Ergebnisse mit annotierten Screenshots — das funktioniert für Ihre eigene Planung und als Briefing für Webprofis.

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