Online-Marketing-Controlling — aus Daten lernen, Budget besser einsetzen
Machen wir das Richtige — und machen wir es effizient? Zwei Fragen, die jedes Unternehmen beantworten sollte. Erfahren Sie, wie Sie Ihr Marketing systematisch auswerten und Schritt für Schritt treffsicherer werden — auch ohne Datenanalyse-Team.
Zwei Grundfragen: Machen wir das Richtige — und machen wir es effizient?
Online-Marketing-Controlling klingt technisch, beginnt aber mit zwei einfachen Fragen. Die erste: Machen wir das Richtige? (Effektivität). Die zweite: Machen wir es mit vertretbarem Aufwand? (Effizienz). Die meisten kleinen Unternehmen stellen sich keine der beiden — und fliegen blind.
Effektivität fragt nach der Wirkung: Erreichen unsere Social-Media-Posts die richtige Zielgruppe? Bringt der Newsletter tatsächlich neue Anfragen? Führt die Google-Anzeige zu Kunden — oder nur zu Klicks? Effizienz fragt nach dem Verhältnis: Was kostet uns ein neuer Kunde über Google Ads vs. über Social Media? Welcher Kanal liefert das beste Ergebnis pro investiertem Euro?
Controlling ist kein Reporting
Monatlich einen Bericht lesen ist kein Controlling. Controlling bedeutet: Ziele setzen, messen, auswerten und anpassen. Es ist ein laufender Kreislauf, keine einmalige Auswertung. Auch mit begrenzter Zeit können Sie diesen Kreislauf quartalsweise durchlaufen.
Vier Ankerpunkte: Wo Sie mit der Auswertung ansetzen
Controlling kann überwältigend wirken — wo fängt man an? Vier Ankerpunkte geben Struktur. Sie müssen nicht alle gleichzeitig auswerten. Wählen Sie den, der für Ihr Geschäft am relevantesten ist.
- Produkt oder Dienstleistung: Welches Angebot wird am meisten nachgefragt? Welches Produkt bringt die meisten Anfragen über die Website? So erkennen Sie, welche Leistungen Ihr Marketing hervorheben sollte.
- Zielgruppe: Welche Kundengruppe reagiert am stärksten auf Ihre Maßnahmen? Kommen die besten Leads von Handwerkern, von Ärzten oder von Vereinen? Das bestimmt, wo Sie Ihr Budget konzentrieren.
- Marketing-Kanal: Welcher Kanal liefert die besten Ergebnisse? Google Ads, Social Media, Newsletter oder die organische Suche? Pro Kanal auswerten — und das Budget dorthin verschieben, wo es wirkt.
- Kampagne: Wie erfolgreich war eine einzelne Aktion? Ein Saisonangebot, ein Messeauftritt, eine Anzeigenserie? Kampagnen-Controlling zeigt, ob sich die Investition gelohnt hat.
Starten Sie mit einem Ankerpunkt
Versuchen Sie nicht, alles gleichzeitig zu messen. Wählen Sie den Ankerpunkt, der Ihnen die dringendste Frage beantwortet. Für die meisten KMU ist das der Kanal: Welcher meiner Marketing-Kanäle bringt tatsächlich Kunden? Alles andere kommt später.
Der Controlling-Kreislauf: Aus Erfahrung lernen
Controlling ist ein Kreislauf, kein einmaliges Projekt. Fünf Schritte, die sich wiederholen — und mit jeder Wiederholung wird Ihr Marketing treffsicherer.
- Ziele setzen: Was wollen Sie erreichen? Konkret und messbar. Nicht 'mehr Besucher', sondern 'doppelt so viele Kontaktanfragen über die Website bis Ende Q2'.
- Maßnahmen umsetzen: Die geplanten Aktivitäten durchführen — Anzeigen schalten, Content veröffentlichen, Newsletter versenden.
- Ergebnisse messen: Daten erheben — Website-Besuche, Anfragen, Umsatz pro Kanal. Ohne Messung kein Lernen.
- Erkenntnisse gewinnen: Die Zahlen interpretieren. Warum hat die Google-Kampagne funktioniert, die Facebook-Kampagne aber nicht? Was sagen die Daten?
- Optimieren: Maßnahmen anpassen, Budget umverteilen, neue Hypothesen aufstellen — und den Kreislauf von vorn beginnen.
Auch ohne Dashboard möglich
Sie brauchen kein teures Dashboard-Tool. Ein Tabellenblatt mit drei Spalten reicht: Maßnahme, Ergebnis, nächster Schritt. Einmal im Quartal ausfüllen, Schlüsse ziehen, weiter. Das ist bereits funktionierendes Controlling.
Kennzahlen richtig nutzen: Verhältniszahlen statt Vanity Metrics
Einzelne Zahlen sind wertlos. 'Wir hatten 5.000 Website-Besucher' sagt nichts — waren das die richtigen Besucher? Haben sie etwas getan? Was hat es gekostet? Erst im Verhältnis werden Zahlen zu Erkenntnissen.
- Conversion Rate: Wie viele Besucher werden zu Kunden oder Interessenten? Die wichtigste Kennzahl für jede Website. Steigt sie, funktioniert Ihr Marketing besser — unabhängig von der Besucherzahl.
- Cost per Lead: Was kostet ein qualifizierter Kontakt? Teilen Sie Ihre Marketingausgaben durch die Anzahl der Anfragen. So vergleichen Sie Kanäle ehrlich miteinander.
- Cost per Acquisition: Was kostet ein tatsächlicher Neukunde? Die härteste Kennzahl — aber auch die aussagekräftigste. Wenn ein Google-Ads-Kunde weniger kostet als ein Messe-Kunde, wissen Sie, wo Ihr Geld besser arbeitet.
- Click-Through-Rate: Wie viele Menschen, die Ihre Anzeige sehen, klicken tatsächlich? Vergleichen Sie CTR zwischen Anzeigen — die bessere Anzeige gewinnt.
Drei KPI-Ebenen
Leistungs-KPIs messen, was passiert (Traffic, Klicks, Conversions). Kosten-KPIs messen, was es kostet (CPM, CPC, CPL, CPO). Wirtschaftlichkeits-KPIs messen, ob es sich lohnt (ROI, Break Even). Diese Taxonomie hilft Ihnen, die richtige Kennzahl für die richtige Frage zu wählen — und nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Social-Media-Kennzahlen einordnen
Engagement-Rate, Reichweite und Link-Klicks sind die drei wichtigsten Social-Media-Kennzahlen — aber nur als Teil des Gesamtbilds. Bewerten Sie Social-Media-Ergebnisse nie isoliert, sondern immer in Verbindung mit Ihren Geschäftszielen: Haben die Social-Media-Aktivitäten zu mehr Anfragen, Terminen oder Umsatz geführt?
Vorsicht vor Vanity Metrics
Follower, Seitenaufrufe und Likes fühlen sich gut an, sagen aber wenig über den Geschäftserfolg. Konzentrieren Sie sich auf Kennzahlen, die direkt mit Ihrem Geschäftsziel verknüpft sind: Anfragen, Termine, Verkäufe. Der Rest ist nett, aber nicht steuerungsrelevant.
Marketing-Controlling für lokale Unternehmen: Einfach anfangen
Sie müssen kein Datenanalyst sein, um Ihr Marketing sinnvoll zu steuern. Drei einfache Praktiken reichen für den Anfang — und kosten weder Geld noch viel Zeit.
- Fragen Sie jeden Neukunden: 'Wie sind Sie auf uns aufmerksam geworden?' Eine einfache Frage im Erstgespräch oder auf dem Kontaktformular liefert die wertvollste Kanalzuordnung überhaupt — kostenlos.
- Richten Sie Google Analytics oder Matomo ein: Grundlegende Website-Analyse zeigt, woher Besucher kommen und was sie tun. Matomo ist die datenschutzfreundlichere Alternative und kann selbst gehostet werden.
- Führen Sie ein Marketing-Tagebuch: Ein einfaches Dokument, in dem Sie monatlich notieren: Was haben wir gemacht? Was hat funktioniert? Was nicht? Nach einem Jahr haben Sie einen Erfahrungsschatz, der Ihr Budget treffsicher macht.
- Vergleichen Sie Kanäle vierteljährlich: Einmal pro Quartal die Frage: Welcher Kanal hat die meisten Anfragen gebracht? Welcher die wenigsten? Budget entsprechend anpassen.
Die wertvollste Frage kostet nichts
Die einfachste und wirkungsvollste Form des Controllings: Fragen Sie jeden einzelnen Neukunden, wie er auf Sie aufmerksam geworden ist. Google, Empfehlung, Social Media, Anzeige? Nach drei Monaten wissen Sie, welcher Kanal wirklich Kunden bringt — ohne jedes Analysetool.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Controlling beantwortet zwei Fragen: Machen wir das Richtige (Effektivität) und machen wir es mit vertretbarem Aufwand (Effizienz)?
- Vier Ankerpunkte geben Struktur: Produkt, Zielgruppe, Kanal und Kampagne — starten Sie mit dem, der Ihre dringendste Frage beantwortet.
- Controlling ist ein Kreislauf: Ziele setzen, messen, auswerten, optimieren — und mit jeder Wiederholung wird Ihr Marketing treffsicherer.
- Verhältniszahlen statt Vanity Metrics: Conversion Rate, Cost per Lead und Cost per Acquisition sagen mehr als Seitenaufrufe und Likes.
- Die wertvollste Methode kostet nichts: Fragen Sie jeden Neukunden, wie er auf Sie aufmerksam geworden ist.
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