Marketing-Budget und Marketing-Plan — Strategie statt Bauchgefühl
Wie viel sollten Sie für Marketing ausgeben? Und wohin soll das Geld fließen? Erfahren Sie, wie Sie Ihr Budget bestimmen, einen wirkungsvollen Marketing-Plan erstellen und die richtigen Software-Werkzeuge auswählen — ohne Überforderung.
Warum ein Marketing-Budget kein Luxus ist
Viele kleine Unternehmen verteilen ihr Marketingbudget nach Gefühl: Hier eine Anzeige, dort ein neuer Flyer, irgendwann mal eine Website-Überarbeitung. Das Ergebnis: Geld wird ausgegeben, ohne zu wissen, was davon wirkt. Ein strukturiertes Marketing-Budget ändert das — es macht aus zufälligen Ausgaben eine gezielte Investition.
Dabei geht es nicht um riesige Beträge. Auch mit einem kleinen Budget können Sie wirkungsvoll Marketing betreiben — wenn Sie wissen, wohin das Geld fließen soll und warum. Der Marketing-Plan definiert die Maßnahmen, das Budget stellt sicher, dass sie auch finanzierbar sind.
Budget ist auch Politik
Studien zeigen: Budgetentscheidungen in Unternehmen werden selten rein rational getroffen. Wer am überzeugendsten argumentiert, bekommt das Budget. Als Marketingverantwortlicher müssen Sie Ihre Budgetanfragen in Geschäftsergebnissen formulieren — nicht in Klicks und Reichweiten, sondern in Leads und Umsatz.
Vier Methoden, Ihr Marketing-Budget zu bestimmen
Es gibt nicht die eine richtige Methode, ein Marketing-Budget festzulegen. Vier Ansätze haben sich in der Praxis bewährt — jeder mit eigenen Stärken und Schwächen.
- Prozentsatz vom vergangenen Umsatz: Das Budget wird als fester Anteil des Vorjahresumsatzes berechnet. Einfach und planbar, aber rückwärtsgewandt — Sie investieren auf Basis der Vergangenheit, nicht der Zukunft.
- Prozentsatz vom geplanten Umsatz: Das Budget orientiert sich am Umsatzziel des kommenden Jahres. Vorausschauender, weil es Wachstumsziele berücksichtigt. Für wachstumsorientierte Unternehmen die bessere Wahl.
- Aufgabenbezogen: Das Budget ergibt sich aus den konkreten Zielen und Maßnahmen. Sie definieren, was erreicht werden soll, und kalkulieren die Kosten. Präzise, aber aufwändiger in der Planung.
- Wettbewerbsorientiert: Das Budget orientiert sich an den durchschnittlichen Marketing-Ausgaben der Branche. Sinnvoll als Orientierung, aber Ihre Situation unterscheidet sich immer von der Ihrer Wettbewerber.
Für KMU: Planumsatz als Basis
Für die meisten kleinen Unternehmen ist der Prozentsatz vom geplanten Umsatz der pragmatischste Ansatz. Er ist einfach zu berechnen, investiert vorausschauend und lässt sich jährlich anpassen. Branchenüblich liegt der Anteil im einstelligen bis niedrigen zweistelligen Prozentbereich — je nach Branche und Wachstumsziel.
Marketing-Plan vs. Marketing-Konzept: Der Unterschied zählt
Viele Unternehmen verwechseln Plan und Konzept — oder springen direkt zum Plan, ohne ein Konzept zu haben. Der Unterschied ist entscheidend: Das Marketing-Konzept definiert die strategische Richtung (wo wollen wir hin?), der Marketing-Plan beschreibt die operative Umsetzung (wie kommen wir dorthin?).
- Marketing-Konzept (strategisch): Analyse der Ausgangslage, Zielgruppen, USPs, Wettbewerb. Zeitrahmen: ein bis fünf Jahre. Die Grundfrage: Was machen wir — und warum?
- Marketing-Plan (operativ): Konkrete Maßnahmen, Verantwortlichkeiten, Zeitpläne und Budgets. Zeitrahmen: typischerweise ein Jahr. Die Grundfrage: Wer macht was — bis wann und mit welchem Budget?
- Ohne Konzept kein sinnvoller Plan: Wenn Sie nicht wissen, welche Zielgruppe Sie ansprechen und was Sie von Wettbewerbern unterscheidet, können Sie keinen wirksamen Maßnahmenplan erstellen.
- Vier Funktionen: Analyse (Chancen erkennen), Koordination (Maßnahmen abstimmen), Motivation (Team informieren und einbinden) und Kontrolle (Erfolg messen und nachsteuern).
Der häufigste Fehler
Die meisten KMU beginnen direkt mit dem Plan — eine Facebook-Seite hier, ein Google-Ads-Budget dort — ohne strategisches Fundament. Das führt zu Aktionismus ohne Richtung. Nehmen Sie sich einen Tag Zeit, um Ihr Marketing-Konzept auf einer Seite zusammenzufassen: Zielgruppe, USP, Kanäle, Ziele. Dann erst den Plan.
MarTech: Die richtigen Software-Werkzeuge für Ihr Marketing
MarTech — Marketing Technology — beschreibt alle Software-Werkzeuge, die Ihr Marketing unterstützen. Der Markt ist riesig: Tausende Lösungen für jeden denkbaren Marketingzweck. Für kleine Unternehmen ist die Herausforderung nicht das Angebot, sondern die Auswahl.
- Website und CMS: WordPress, Shopify oder ein anderes Content-Management-System als Basis Ihrer Online-Präsenz. Für die meisten KMU der erste und wichtigste Baustein.
- E-Mail-Marketing: Mailchimp, Brevo (ehemals Sendinblue) oder CleverReach für Newsletter und automatisierte E-Mail-Strecken. Kostenlose Einstiegstarife machen den Start leicht.
- Analytics: Google Analytics oder die datenschutzfreundlichere Alternative Matomo, um zu verstehen, was auf Ihrer Website passiert.
- Design und Content: Canva für Grafiken, Social-Media-Posts und einfache Videos. Professionelle Ergebnisse ohne Grafikdesign-Studium.
- Social-Media-Management: Hootsuite oder Buffer, um Posts auf mehreren Plattformen zu planen und zu veröffentlichen. Lohnt sich ab drei oder mehr aktiven Kanälen.
All-in-One oder Best of Breed?
Große Unternehmen nutzen integrierte Plattformen wie HubSpot oder Salesforce, die alles abdecken — aber auch entsprechend kosten. Für KMU ist der Best-of-Breed-Ansatz sinnvoller: spezialisierte, erschwingliche Tools kombinieren. Website-CMS plus E-Mail-Tool plus Analytics plus Canva — das deckt die Grundlagen ab und kostet einen Bruchteil.
Budget-Praxis für lokale Unternehmen in Weimar
Ein Marketing-Budget muss nicht komplex sein. Für ein kleines Unternehmen in Weimar reicht ein einfaches Tabellenblatt mit vier Spalten: Maßnahme, Budget pro Monat, Verantwortlich und erwartetes Ergebnis. Wichtig ist nicht das Format, sondern die Disziplin.
- Beginnen Sie aufgabenbezogen: Welche Marketing-Maßnahmen wollen Sie dieses Jahr umsetzen? Was kosten sie jeweils? Addieren Sie — das ist Ihr Budget.
- Reservieren Sie einen Experimentier-Topf: Legen Sie einen kleinen Teil des Budgets für Tests zurück. Neuer Kanal, neues Format, neue Anzeigenidee — ohne Budget zum Experimentieren gibt es keine Innovation.
- Überprüfen Sie quartalsweise: Vergleichen Sie Plan und Realität alle drei Monate. Welche Maßnahmen bringen Ergebnisse? Wo können Sie umschichten?
- Trennen Sie laufende Kosten von Projekten: Hosting, E-Mail-Tool und Analytics sind laufende Kosten. Eine neue Website oder ein Relaunch sind Projekte — separat budgetieren.
- Dokumentieren Sie Ergebnisse: Auch ohne aufwändiges Controlling — notieren Sie, was funktioniert hat und was nicht. So wird Ihr Budget jedes Jahr treffsicherer.
Der Einseitige Marketing-Plan
Erstellen Sie Ihren Marketing-Plan auf einer einzigen Seite: Oben Ihre Zielgruppe und Ihr USP, darunter die fünf bis sieben Maßnahmen für das Jahr, jeweils mit Budget und Verantwortlichem. Unten das Gesamtbudget. Eine Seite zwingt zur Fokussierung — und wird tatsächlich gelesen.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Vier Methoden der Budgetbestimmung: Prozentsatz vom vergangenen oder geplanten Umsatz, aufgabenbezogen oder wettbewerbsorientiert.
- Marketing-Konzept (strategisch) kommt vor Marketing-Plan (operativ) — ohne strategische Richtung führt der beste Plan ins Leere.
- Der MarTech-Markt umfasst Tausende Lösungen — für KMU reichen vier Basics: Website-CMS, E-Mail-Tool, Analytics und Design-Tool.
- Budgetentscheidungen sind auch politische Entscheidungen — Marketing-Verantwortliche müssen in Geschäftsergebnissen argumentieren, nicht in Klicks.
- Ein einfacher Einseitiger Marketing-Plan ist besser als ein 50-Seiten-Dokument, das niemand liest.
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