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Wann lohnt sich ein Website-Relaunch?

Nicht jede alte Website braucht einen Neustart. Aber wenn die Basis nicht mehr trägt, kosten Pflaster mehr als ein sauberer Neuaufbau. 9 Anzeichen, ehrliche Risiken, dokumentierte Zahlen — und warum ein Relaunch 2026 mehr ist als ein neues Design.

Warum diese Frage so wichtig ist

Eine Website ist ein Werkzeug. Wie jedes Werkzeug funktioniert sie gut, solange sie zum Job passt. Aber der Job verändert sich. Ihre Kunden suchen heute anders als vor drei Jahren. Google bewertet Websites nach anderen Kriterien. Und seit KI-gestützte Suche den Markt verändert, entscheidet nicht mehr nur das Design, ob Ihre Seite gefunden wird — sondern auch, ob Maschinen sie verstehen.

Dazu kommen die Zahlen, die nüchtern sind: Laut einer großen Clickstream-Studie von SparkToro und Datos aus dem Jahr 2024 führen von 1.000 Google-Suchen in den USA nur noch rund 360 Klicks auf die offene Webseite — knapp 60 Prozent der Suchen enden ohne einen einzigen Klick. Google selbst hat KI-Übersichten (AI Overviews) bis Mai 2025 in über 200 Ländern und 40 Sprachen ausgerollt und berichtet von einem Nutzungsanstieg von über 10 Prozent bei Suchanfragen, die diese Funktion auslösen.

Für Unternehmen bedeutet das: Eine Website ist heute nicht mehr nur eine digitale Visitenkarte. Sie ist gleichzeitig Ihre Auffindbarkeits-Maschine, Ihr Vertriebskanal und Ihr Vertrauenssignal — und sie muss sowohl für Menschen als auch für Algorithmen funktionieren. Wenn die Basis nicht mehr stimmt, reicht kein neues Bild auf der Startseite.

Was ist eigentlich ein Relaunch?

Ein Relaunch ist der grundlegende Neuaufbau einer bestehenden Website — neue Technik, neues Design, oft auch neue Inhalte und Struktur. Das kann ein Redesign auf derselben Plattform sein, ein Plattformwechsel oder ein kompletter Neustart. Entscheidend ist: Es geht nicht um Kosmetik, sondern um eine strategische Neuausrichtung.

9 Anzeichen, dass Ihre Website einen Relaunch braucht

Nicht jedes Problem erfordert einen Relaunch. Aber wenn mehrere dieser Punkte auf Ihre Website zutreffen, wird eine Optimierung allein nicht reichen.

  • Sie schämen sich, die URL an Geschäftspartner weiterzugeben. Wenn Sie selbst das Gefühl haben, dass die Seite nicht mehr passt, haben Ihre Besucher dieses Gefühl erst recht.
  • Die Website ist nicht mobilfähig — oder nur schlecht. Google indexiert seit Juli 2024 ausschließlich die mobile Version Ihrer Website. Eine Seite, die auf dem Smartphone nicht funktioniert, existiert für Google praktisch nicht.
  • Ladezeiten jenseits von drei Sekunden. Langsame Seiten verlieren Besucher und werden von Google heruntergestuft — beides messbar, beides vermeidbar.
  • Ihr CMS macht einfache Änderungen zum Kampf. Wenn Sie für jede Textänderung einen Entwickler brauchen oder Ihr System keine Updates mehr bekommt, stimmt etwas Grundlegendes nicht.
  • Ihre Sichtbarkeit bei Google sinkt seit Monaten. Wenn die Technik veraltet ist und die Seitenstruktur nicht stimmt, löst SEO-Optimierung allein das Problem nicht.
  • Ihre Mitbewerber haben aufgerüstet. Wenn deren Websites moderner, schneller und klarer wirken als Ihre, haben Besucher einen direkten Vergleich — und der fällt nicht gut aus.
  • Die Website wurde vor mehr als vier bis fünf Jahren erstellt und seither nicht grundlegend überarbeitet. In der Webentwicklung verändert sich in fünf Jahren so viel, dass eine Website von 2020 technisch in einer anderen Ära lebt.
  • Ihr CMS hat bekannte Sicherheitslücken. Veraltete Software ohne regelmäßige Sicherheitsupdates ist kein Schönheitsfehler — besonders nicht für kleine Unternehmen, die überproportional häufig Ziel von Angriffen werden.
  • Ihr Unternehmen hat sich verändert, aber die Website nicht. Neue Leistungen, eine andere Zielgruppe, ein Rebranding — wenn die Website noch das alte Unternehmen zeigt, verlieren Sie Glaubwürdigkeit bei jedem Besuch.

Hinter den Anzeichen 2 und 3 stecken messbare Schwellenwerte: Google definiert mit den Core Web Vitals klare Zielwerte — der wichtigste Inhalt soll innerhalb von 2,5 Sekunden sichtbar sein (LCP), die Seite soll in unter 200 Millisekunden auf Eingaben reagieren (INP). Laut dem HTTP Archive Web Almanac 2025 erreichen bisher nur 48 Prozent der mobilen Websites diese Werte. Eine Studie von Deloitte, beauftragt von Google, zeigt: Bereits 0,1 Sekunden schnellere Ladezeit korreliert mit 8,4 Prozent mehr Conversions im Handel.

Auch die Sicherheitslage bei Anzeichen 8 ist dokumentiert: Patchstack zählte allein 2024 im WordPress-Ökosystem 7.966 neue Sicherheitslücken — rund 22 pro Tag, davon 96 Prozent in Plugins. Laut dem Verizon Data Breach Investigations Report 2025 war Ransomware bei 88 Prozent der Sicherheitsvorfälle kleiner Unternehmen beteiligt, verglichen mit 39 Prozent bei Großunternehmen.

Selbstcheck vor dem Relaunch

Bevor Sie sich für einen Relaunch entscheiden, lohnt sich eine ehrliche Bestandsaufnahme. Unsere Website-Audit-Checkliste hilft Ihnen, Ihre Seite systematisch zu bewerten — kostenlos und ohne Agentur-Termin.

Relaunch, Optimierung oder kontinuierliche Weiterentwicklung?

Nicht jede veraltete Website braucht einen Relaunch. Es gibt drei Wege, und die ehrliche Antwort hängt davon ab, wo das Problem liegt.

Gezielte Optimierung reicht, wenn die Grundstruktur stimmt. Wenn Ihre Website technisch in Ordnung ist, auf Mobilgeräten funktioniert und ein gepflegtes CMS hat, können Sie oft mit besseren Texten, schnelleren Ladezeiten oder gezielter SEO-Arbeit viel erreichen. Das ist günstiger und schneller als ein Relaunch. Die web.dev-Fallstudie zu Vodafone zeigt, was allein Performance-Optimierung bringen kann: Eine Verbesserung der Ladezeit (LCP) um 31 Prozent führte zu 8 Prozent mehr Verkäufen — in einem kontrollierten A/B-Test ohne jede visuelle Änderung.

Kontinuierliche Weiterentwicklung ist das, was die erfolgreichsten Websites der Welt tatsächlich machen. Sie werden nie komplett neu gebaut, sondern laufend verbessert — kleine Änderungen an Struktur, Technik und Inhalten, datengetrieben und regelmäßig. Das funktioniert aber nur, wenn die technische Basis flexibel genug ist, um solche Anpassungen zu erlauben.

Ein Relaunch ist nötig, wenn die Basis nicht mehr trägt. Veraltete Technik, ein CMS ohne Zukunft, eine Struktur, die organisch gewachsen und unübersichtlich geworden ist, fehlende Mobilfähigkeit, Sicherheitslücken — das sind keine Probleme, die man mit ein paar Anpassungen löst. Hier braucht es einen Neuaufbau, der danach kontinuierliche Weiterentwicklung überhaupt erst möglich macht.

Der teuerste Fehler

Der teuerste Relaunch ist einer ohne Strategie. Wer einfach "mal neu machen" lässt, ohne vorher zu klären, was die Website leisten soll, bekommt am Ende eine hübsche Seite, die genauso wenig Kunden bringt wie die alte.

Was schiefgehen kann — und was wir in der Praxis sehen

Wir könnten Ihnen erzählen, dass ein Relaunch reibungslos läuft, wenn man nur die richtige Agentur wählt. Aber ein ehrlicher Artikel muss die Risiken benennen — denn sie sind real und betreffen auch große Projekte mit großen Budgets.

  • Google-Rankings verlieren: Wenn sich URLs ändern und keine korrekten 301-Weiterleitungen eingerichtet werden, kann Google die neuen Seiten nicht den alten zuordnen. Wichtig: Eine 302-Weiterleitung (temporär) reicht nicht — sie überträgt keine Ranking-Signale.
  • Vorübergehender Sichtbarkeitsverlust auch bei gutem Plan: Selbst bei sauberen Weiterleitungen brauchen Suchmaschinen Zeit, alle Seiten neu zu crawlen und einzusortieren. Ein Dip in den ersten Wochen ist normal — aber er muss überwacht werden.
  • Scope Creep: Der Relaunch sollte vier Seiten umfassen, am Ende sind es dreißig. Die Kosten explodieren, der Zeitplan auch. Ein klares Konzept vor dem Start verhindert das.
  • Inhalte gehen verloren: Blog-Artikel, Kundenstimmen, Produktbeschreibungen — bei einer Migration kann Content verschwinden, wenn er nicht systematisch erfasst wird.
  • Domain-Varianten vergessen: Wenn mehrere Varianten (mit/ohne www, http/https) nicht korrekt auf eine Hauptvariante weiterleiten, entsteht technisches Chaos, das Google verwirrt.
  • Sicherheit verschlechtert sich: Jedes neue Plugin, jedes externe Skript und jede Integration ist eine potenzielle Angriffsfläche. Ein Relaunch, der mehr Komponenten einführt statt weniger, erhöht das Risiko.

Aus der Arbeit mit Unternehmen in Weimar und Thüringen sehen wir drei Muster, die immer wiederkehren — und die fast immer vermeidbar gewesen wären:

  • Relaunch ohne Strategie: Ein Unternehmen will "mal was Neues" und lässt eine neue Website bauen, ohne zu definieren, was sie leisten soll. Das Ergebnis sieht besser aus, bringt aber die gleichen Ergebnisse — oder schlechtere, weil die alte Seite immerhin eingelaufen war.
  • Zu lange aufgeschoben: Die Website hat offensichtliche Schwächen, aber der Relaunch wird Jahr für Jahr verschoben. In der Zwischenzeit verliert die Seite leise Besucher und Anfragen — unsichtbare Kosten, die auf keiner Rechnung stehen.
  • SEO und Sicherheit erst am Schluss bedacht: Design und Entwicklung sind fertig, und dann fragt jemand: "Was ist eigentlich mit den alten URLs?" Zu diesem Zeitpunkt ist es meistens zu spät für eine saubere Migration.

All das lässt sich vermeiden. Aber nur, wenn SEO und Sicherheit von Anfang an in den Relaunch-Prozess integriert werden — nicht als Nachgedanke am Tag vor dem Launch.

Der ehrliche Test

Fragen Sie sich: Wenn Sie heute ein neues Unternehmen gründen würden — würden Sie Ihre aktuelle Website noch einmal genauso bauen? Wenn die Antwort Nein ist, lohnt sich ein genauerer Blick. Unser Artikel zur Website-Konzeption hilft, die richtigen Fragen zu stellen.

Die richtige Reihenfolge für Ihren Relaunch

Wenn Sie sich entschieden haben, dass ein Relaunch der richtige Schritt ist, kommt es auf die Reihenfolge an. Aus unserer Erfahrung mit Relaunch-Projekten in Thüringen hat sich ein klarer Ablauf bewährt.

  • Bestandsaufnahme: Was funktioniert, was nicht? Welche Inhalte werden übernommen? Welche URLs haben Traffic und Rankings, die geschützt werden müssen?
  • Strategie und Konzept: Was soll die neue Website leisten? Wer ist die Zielgruppe? Welche Seiten brauchen Sie wirklich — und welche können weg? Messbare Ziele definieren, bevor die erste Zeile Code geschrieben wird.
  • Design und Entwicklung: Neues Design, neue Technik, bestehende Inhalte sauber migriert. Mit regelmäßigem Feedback, damit Sie nicht am Ende vor einer Überraschung stehen.
  • SEO-Sicherung: Alle sich ändernden URLs identifizieren. 301-Weiterleitungen einrichten. Neue Sitemap erstellen. Meta-Daten, strukturierte Daten (Schema Markup) und Seitenstruktur so planen, dass Google den Übergang sauber mitmacht.
  • Sicherheits-Check: Plugin-Inventar bereinigen, ungenutzte Erweiterungen entfernen, Admin-Zugänge mit Zwei-Faktor-Authentifizierung absichern. Dieser Schritt wird am häufigsten übersprungen — und am teuersten bestraft.
  • Kontrollierter Launch: Neue Sitemap in der Google Search Console einreichen. Weiterleitungen testen. Performance prüfen. Strukturierte Daten validieren.
  • Post-Launch Monitoring: Die ersten vier bis sechs Wochen nach dem Launch sind kritisch. Traffic und Rankings in der Search Console beobachten. Core Web Vitals im Feld messen — nicht nur im Labor. Wenn etwas einbricht, sofort reagieren.

Klingt nach gesundem Menschenverstand? Ist es auch. Aber Sie wären überrascht, wie viele Relaunch-Projekte ohne Bestandsaufnahme, SEO-Plan oder Sicherheits-Check starten.

Kosten einschätzen

Was ein Relaunch kostet, hängt stark vom Umfang ab. In unserem Artikel Was kostet eine professionelle Website? erklären wir, welche Faktoren den Preis bestimmen und wie Sie ein Angebot richtig einordnen.

Was sich 2026 geändert hat

Ein Relaunch im Jahr 2026 ist nicht dasselbe wie ein Relaunch im Jahr 2020. Drei Entwicklungen verändern grundlegend, was eine Website leisten muss.

KI verändert, wie Menschen Ihre Website finden. Die Zero-Click-Suchen aus dem Einstieg dieses Artikels haben eine klare Konsequenz: Die Klicks, die noch auf Ihrer Website ankommen, sind wertvoller als je zuvor. Damit Ihre Inhalte überhaupt als Quelle für KI-Zusammenfassungen dienen können, brauchen sie saubere Überschriftenstruktur und strukturierte Daten. Googles eigene Dokumentation zeigt, was das bewirken kann: Rotten Tomatoes verzeichnete 25 Prozent höhere Klickraten auf Seiten mit strukturierten Daten, Nestlé sogar 82 Prozent.

Geschwindigkeit ist ein direkter Ranking-Faktor. Google hat mit der Page Experience eine offizielle Verbindung zwischen Ladezeit und Sichtbarkeit geschaffen. Die geschäftliche Wirkung geht über Rankings hinaus: Die web.dev-Fallstudie zu Ray-Ban dokumentiert einen Anstieg der mobilen Conversion Rate um über 100 Prozent nach einer Ladezeit-Optimierung — bestätigt durch einen A/B-Test.

Sicherheit gehört ins Relaunch-Briefing. Nicht als technische Fußnote, sondern als Kernentscheidung: Welche Komponenten brauchen Sie wirklich? Wie halten Sie das System aktuell? Wie minimieren Sie die Angriffsfläche? Ein Relaunch ist die seltene Gelegenheit, das Sicherheitskonzept von Grund auf richtig aufzusetzen — statt es nachträglich über ein gewachsenes System zu stülpen.

Was das für Ihren Relaunch bedeutet

Ein Relaunch, der nur das Design erneuert, aber Maschinenlesbarkeit, Ladezeit und Sicherheit ignoriert, verschenkt die Hälfte seines Potenzials. In 2026 gehören diese drei Themen in jedes Relaunch-Briefing — nicht als technisches Beiwerk, sondern als Kernziele.

Relaunch als Investition, nicht als Ausgabe

Ein Relaunch kostet Geld. Das ist Fakt. Aber die richtige Frage ist nicht "Was kostet der Relaunch?", sondern "Was kostet es, keinen zu machen?"

Eine Website, die langsam lädt, auf dem Smartphone nicht funktioniert, von KI-Systemen nicht verstanden wird und Sicherheitslücken hat, verliert jeden Monat Besucher, Anfragen und Vertrauen. Diese Kosten stehen auf keiner Rechnung — aber sie sind real. Ein gut geplanter Relaunch schafft eine Basis, die sich über Jahre auszahlt: bessere Auffindbarkeit, mehr qualifizierte Anfragen, weniger Abhängigkeit von bezahlter Werbung, geringeres Sicherheitsrisiko.

Entscheidend ist der Ansatz. Ein Relaunch, der mit messbaren Zielen startet, SEO und Sicherheit von Anfang an einbezieht und auf eine technische Basis setzt, die kontinuierliche Weiterentwicklung ermöglicht, ist kein einmaliger Kostenpunkt — sondern eine Investition in die digitale Infrastruktur Ihres Unternehmens.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Relaunch ist dann sinnvoll, wenn die technische oder strukturelle Basis Ihrer Website nicht mehr trägt — nicht, weil das Design langweilig geworden ist.
  • Gezielte Optimierung oder kontinuierliche Weiterentwicklung sind oft die bessere Wahl — Vodafone steigerte Verkäufe um 8 Prozent allein durch Ladezeit-Optimierung, ohne jede visuelle Änderung.
  • Der häufigste Fehler: ein Relaunch ohne Strategie. Ohne klare Ziele und Bestandsaufnahme wird die neue Website nicht besser als die alte.
  • SEO-Sicherung mit 301-Weiterleitungen ist kein optionales Extra — ohne sie geht die über Jahre aufgebaute Google-Sichtbarkeit verloren.
  • Veraltete Plugins und ungepatchte CMS-Systeme sind kein Schönheitsfehler — sie sind ein Geschäftsrisiko. Wenn Ihr System nicht mehr sicher wartbar ist, ist das allein ein Grund für einen Relaunch.
  • In 2026 muss eine Website nicht nur für Menschen funktionieren, sondern auch für Algorithmen. KI-Suche, strukturierte Daten und Ladezeit entscheiden mit, ob Ihre Seite überhaupt noch gefunden wird.

Häufige Fragen

Unsicher, ob ein Relaunch der richtige Schritt ist?

Wir schauen uns Ihre aktuelle Website an und sagen Ihnen ehrlich, ob ein Relaunch sinnvoll ist oder ob gezielte Optimierungen ausreichen. Kostenlose Ersteinschätzung — unverbindlich.

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