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Online-Marketing

Native Advertising — Werbung, die nicht stört, sondern überzeugt

Banner werden ignoriert, Werbeblocker sind verbreitet. Native Advertising und Advertorials integrieren Ihre Botschaft in den redaktionellen Kontext — mit höherer Akzeptanz, aber klaren rechtlichen Spielregeln.

Was ist Native Advertising? Werbung im Gewand des Redaktionellen

Native Advertising ist digitale Werbung, die sich nahtlos in das redaktionelle Umfeld einer Website einfügt. Statt als Banner am Seitenrand aufzufallen, erscheint sie als empfohlener Artikel, als Beitrag im Newsfeed oder als gesponserte Story. Das Prinzip: Die Werbung passt sich dem Medium an — in Form, Stil und Funktion.

Warum dieser Aufwand? Weil klassische Online-Werbung an ihre Grenzen stößt. Die Klickraten von Display-Bannern sind verschwindend gering — die meisten Nutzer ignorieren sie komplett. Das Phänomen heißt Banner-Blindheit. Native Advertising umgeht dieses Problem, indem es nicht wie Werbung aussieht, sondern wie ein relevanter Inhalt.

Native Advertising im Alltag

Wenn Sie in einem Nachrichtenportal einen Artikel lesen, der mit 'Sponsored' oder 'Anzeige' gekennzeichnet ist, aber genauso aussieht wie die anderen Artikel — das ist Native Advertising. Auf Instagram ist es der gesponserte Beitrag, der sich in Ihren Feed einfügt.

Drei Werbeformen im Vergleich: Klassisch, Advertorial, Native

Nicht jede bezahlte Veröffentlichung ist gleich. Die drei Hauptformen unterscheiden sich in Erkennbarkeit, Wahrnehmung und Wirkung — und damit auch in der richtigen Einsatzstrategie für Ihr Unternehmen.

  • Klassische Werbung: Klar als Anzeige erkennbar — Banner, Pop-ups, Videowerbung. Hohe Reichweite, aber oft ignoriert oder durch Adblocker blockiert. Direkte Werbebotschaft ohne redaktionellen Anspruch.
  • Advertorial: Die Schnittstelle zwischen Anzeige und Artikel. Werbeinhalte in redaktionellem Stil, oft als 'Sponsored Story' gekennzeichnet. Informativ und gut recherchiert, nutzt die Glaubwürdigkeit des Mediums. Besonders im B2B-Marketing beliebt.
  • Native Advertising: Am stärksten in den Kontext integriert. Kaum von redaktionellen Inhalten zu unterscheiden. Höchste Akzeptanz und beste Engagement-Raten, aber auch die höchsten Anforderungen an Qualität und Relevanz.

Advertorials im B2B

Für Dienstleister wie Webagenturen, Berater oder spezialisierte Handwerker sind Advertorials in Fachmedien ein starkes Format. Ein gut geschriebener Fachartikel in einer Branchenpublikation positioniert Sie als Experte — und wird von einer qualifizierten Leserschaft wahrgenommen.

Rechtliche Spielregeln: Kennzeichnung ist Pflicht

Native Advertising bewegt sich auf einem schmalen rechtlichen Grat. Das deutsche Recht kennt ein klares Trennungsgebot: Redaktionelle Inhalte und Werbung müssen für den Leser unterscheidbar sein. Wer dagegen verstößt, betreibt Schleichwerbung.

  • Kennzeichnung ist Pflicht: Jeder bezahlte Inhalt muss als solcher erkennbar sein. Übliche Kennzeichnungen: 'Anzeige', 'Advertorial', 'Sponsored by' oder 'In Zusammenarbeit mit'.
  • Rechtsgrundlage: § 5 UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) verbietet irreführende Werbung. Fehlende Kennzeichnung fällt darunter.
  • Konsequenzen bei Verstößen: Abmahnungen mit Anwaltskosten, Geldstrafen und — oft unterschätzt — Vertrauensverlust bei Lesern und beim Medium selbst.
  • Auch Social Media betrifft es: Sponsored Posts auf Instagram oder Facebook müssen gekennzeichnet werden. Das gilt für Unternehmen ebenso wie für Influencer.

Abmahnrisiko unterschätzen viele

Auch kleine Unternehmen können Abmahnungen erhalten. Eine fehlende 'Anzeige'-Kennzeichnung auf einem bezahlten Artikel kann schnell vierstellige Anwaltskosten nach sich ziehen. Die Kennzeichnung kostet nichts — die fehlende Kennzeichnung kann teuer werden.

Formate und Kosten: Was Native Advertising kostet

Die Kosten für Native Advertising variieren enorm — von wenigen Euro für einen gesponserten Social-Media-Post bis zu fünfstelligen Beträgen für Premium-Advertorials. Die richtige Wahl hängt von Ihrem Budget, Ihrer Zielgruppe und Ihrem Ziel ab.

  • Sponsored Social-Media-Posts: Ab 5-10 Euro pro Tag auf Facebook, Instagram oder LinkedIn. Die günstigste Form von Native Advertising — und für lokale KMU oft die sinnvollste.
  • Selbst geschriebene Advertorials: Über Plattformen wie advertorial.de oder ad20.de können Sie eigene Texte auf Partnerseiten veröffentlichen. Deutlich günstiger als Premium-Platzierungen.
  • Premium-Advertorials: Ein professionell vom Verlag erstellter Artikel in einem großen Online-Medium liegt oft im fünfstelligen Bereich. Dafür erreichen Sie eine große, qualifizierte Leserschaft — aber es ist klar ein Budget für etablierte Unternehmen.
  • Regionale Medien: Lokale Nachrichtenportale und Stadtmagazine bieten Advertorials oft zu deutlich günstigeren Konditionen. Für ein Unternehmen in Weimar kann ein Beitrag in einem Thüringer Online-Medium der bessere Hebel sein.

Native Advertising für kleines Budget

Sponsored Posts auf Social Media sind für die meisten lokalen Unternehmen der beste Einstieg. Sie erscheinen im Newsfeed der Zielgruppe, passen sich dem Plattformdesign an und kosten einen Bruchteil klassischer Advertorials. Starten Sie mit 100-200 Euro pro Monat und messen Sie die Ergebnisse.

So setzen Sie Native Advertising richtig ein

Native Advertising funktioniert nur, wenn der Inhalt dem Leser einen echten Mehrwert bietet. Ein als Artikel verkleideter Werbeflyer wird durchschaut und schadet dem Vertrauen. Die beste Native Advertising ist die, bei der der Leser denkt: 'Das war hilfreich' — und erst dann bemerkt, dass es gesponsert war.

  • Mehrwert vor Werbung: Schreiben Sie Inhalte, die Ihre Zielgruppe wirklich informieren. Ein Handwerker, der in einem Stadtmagazin erklärt, wie man Heizkosten spart, bietet Mehrwert und positioniert sich als Experte.
  • Passende Plattform wählen: Ihr Advertorial muss zum Medium passen. Ein technischer Fachartikel gehört in ein Fachmagazin, ein Lifestyle-Beitrag in ein Stadtmagazin.
  • Ehrlich kennzeichnen: Transparenz stärkt das Vertrauen. Leser schätzen ehrliche Kennzeichnung — und bestrafen entdeckte Schleichwerbung.
  • Ergebnisse messen: Tracken Sie, wie viele Leser vom Advertorial auf Ihre Website kommen. Nur so wissen Sie, ob sich die Investition lohnt.

Der Qualitätstest

Bevor Sie einen Native-Advertising-Text veröffentlichen, fragen Sie sich: Würde ich diesen Artikel auch ohne Bezahlung lesen wollen? Wenn die Antwort Nein ist, ist der Text zu werblich. Überarbeiten Sie ihn, bis der Mehrwert stimmt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Native Advertising passt sich dem redaktionellen Umfeld an — in Form und Funktion. Dadurch wird es akzeptiert statt weggeklickt.
  • Advertorials sind die Schnittstelle zwischen klassischer Anzeige und redaktionellem Content — besonders wirksam im B2B-Bereich.
  • Rechtlich ist Kennzeichnung Pflicht: 'Anzeige', 'Sponsored' oder 'Advertorial'. Fehlende Kennzeichnung ist Schleichwerbung nach § 5 UWG.
  • Premium-Advertorials in großen Medien liegen im fünfstelligen Bereich — aber Sponsored Posts auf Social Media sind die günstigste Native-Advertising-Form für KMU.
  • Der Schlüssel zu Native Advertising: Der Inhalt muss dem Leser einen echten Mehrwert bieten — nicht nur dem Werbetreibenden.

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