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Online-Marketing

Affiliate-Marketing — Vertriebspartner, die nur bei Erfolg kosten

Affiliate-Marketing ist ein internetbasiertes Provisionssystem: Partner bewerben Ihre Produkte, und Sie zahlen nur bei messbarem Erfolg. Erfahren Sie, wie die drei Akteure zusammenspielen, welche Vergütungsmodelle es gibt und wie auch kleine Unternehmen profitieren.

Was ist Affiliate-Marketing? Drei Akteure, ein Prinzip

Affiliate-Marketing ist ein internetbasiertes Provisionssystem: Ein Partnerunternehmen (Affiliate) bewirbt Produkte oder Dienstleistungen eines Anbieters (Merchant). Für jede erfolgreiche Aktion — einen Verkauf, eine Anmeldung, einen Klick — erhält der Affiliate eine Provision. Das Prinzip gehört zu den ältesten Online-Marketing-Formen: Schon Ende der 1990er Jahre setzte Amazon massiv auf Affiliate-Partner.

  • Merchant (Advertiser): Das Unternehmen, das Produkte oder Dienstleistungen anbietet — zum Beispiel ein Onlineshop, ein Hotel oder ein Softwareanbieter.
  • Affiliate (Publisher): Der Partner, der die Angebote bewirbt — Bewertungsportale, Blogs, Vergleichsseiten, Coupon-Websites oder Nachrichtenportale.
  • Konsument: Der Endkunde, der über den Affiliate zum Merchant geleitet wird und dort kauft oder eine gewünschte Aktion ausführt.

Affiliate vs. Display-Werbung

Der entscheidende Unterschied: Display-Werbung bezahlt für Einblendungen oder Klicks, unabhängig vom Ergebnis. Affiliate-Marketing bezahlt in der Regel nur bei messbarem Erfolg — einem Verkauf, einem Lead, einer Registrierung. Das minimiert das Risiko für den Anbieter.

Acht Vergütungsmodelle: Vom Klick bis zur lebenslangen Provision

Nicht jedes Affiliate-Programm funktioniert gleich. Acht Vergütungsmodelle stehen zur Wahl — das richtige Modell hängt davon ab, was Sie erreichen wollen und wie viel Risiko Sie tragen möchten.

  • Pay per View (CPM): Fixbetrag pro Einblendung (Banner, Produktbild). Sinnvoll für Markenbekanntheit, aber wenig zielgerichtet.
  • Pay per Click (CPC): Fixbetrag pro Klick auf das Werbemittel. Bringt Traffic, garantiert aber keine Conversions.
  • Pay per Lead (CPL): Fixbetrag pro qualifizierter Kundenaktion — Newsletter-Anmeldung, Download, Kontaktanfrage. Gut für Lead-Generierung.
  • Pay per Sale (CPO): Umsatzabhängige Provision pro Verkauf. Das risikoärmste Modell für Merchants — Sie zahlen nur bei tatsächlichem Umsatz.
  • Pay per Action (CPA): Vergütung für flexibel definierte Handlungen — ein App-Download, eine Registrierung, ein ausgefülltes Formular. Vielseitiger als CPL oder CPO allein.
  • Stufenmodell: Steigende Provision bei steigenden Vermittlungszahlen. Motiviert leistungsstarke Affiliates, mehr zu investieren.
  • Pay per Lifetime: Dauerhafte Gewinnbeteiligung über die gesamte Kundenbeziehung. Für langfristige Partnerschaften mit hohem Kundenwert.
  • Hybridmodell: Kombination verschiedener Vergütungsarten — etwa ein fixer CPC plus zusätzliche CPO-Provision. Balanciert Risiko zwischen Merchant und Affiliate.

Für KMU: Pay per Sale starten

Wenn Sie mit Affiliate-Marketing beginnen, starten Sie mit Pay per Sale. Sie zahlen nur bei tatsächlichem Umsatz — das Risiko liegt beim Affiliate, nicht bei Ihnen. Erst wenn das Programm läuft und Sie die Zahlen kennen, können Sie über andere Modelle nachdenken.

Tracking: Wie jeder Verkauf dem richtigen Partner zugeordnet wird

Ohne zuverlässiges Tracking funktioniert kein Affiliate-Programm. Sieben Methoden stehen zur Verfügung — von klassisch bis zukunftssicher. Die Wahl hängt davon ab, wie datenschutzkonform und wie dauerhaft das Tracking sein soll.

  • URL-Tracking: Die Partner-ID wird direkt in die URL eingebettet. Einfach, aber anfällig für Manipulation.
  • Cookie-Tracking: Die Affiliate-ID wird im Browser-Cookie gespeichert. Verbreitet, aber durch DSGVO und Cookie-Blocker zunehmend eingeschränkt.
  • Session-Tracking: Eine Session-ID wird bei jedem Besuch generiert. Effektiv während der aktiven Session, aber kein dauerhaftes Tracking.
  • Fingerprint-Tracking: Erkennt Geräte anhand technischer Merkmale — ohne Cookies. Datenschutzrechtlich kritisch und nur mit ausdrücklicher Einwilligung vertretbar.
  • Datenbank-Tracking: Partner-ID und Kunden-ID werden in der Datenbank gespeichert. Auch Folgekäufe zuordenbar — die robusteste Methode.
  • Pixel-Tracking: Ein unsichtbares 1x1-Pixel auf der Danke-Seite. Zuverlässig und cookiefrei — bei Netzwerkbetreibern verbreitet.
  • Server-to-Server-Tracking (Postback): Direkter Datenaustausch zwischen Merchant- und Netzwerk-Server, völlig unabhängig vom Browser. Die zuverlässigste und zukunftssicherste Methode in der Post-Cookie-Ära.

DSGVO verändert das Tracking

Cookie-Tracking — die traditionell wichtigste Methode — wird durch die DSGVO und das Blockieren von Third-Party-Cookies zunehmend unzuverlässig. Moderne Affiliate-Programme setzen auf Server-to-Server-Tracking und Pixel-Tracking als cookiefreie Alternativen.

Affiliate-Netzwerke: Der einfachste Einstieg

Sie müssen nicht einzeln nach Partnern suchen. Affiliate-Netzwerke bringen Merchants und Affiliates zusammen, stellen Tracking-Systeme bereit und wickeln Zahlungen ab — alles über einen Vertragspartner.

  • Awin: Eines der größten Netzwerke weltweit mit breiter Branchenabdeckung und starkem europäischen Fokus. Für die meisten Branchen eine gute erste Anlaufstelle.
  • TradeDoubler: Starker Europa-Fokus und Stärke im Performance-Marketing. Besonders gut für Unternehmen mit europäischen Zielgruppen.
  • Rakuten Advertising: Globaler E-Commerce-Fokus. Interessant, wenn Sie auch international verkaufen.
  • Digistore24: Spezialisiert auf digitale Produkte und Infoprodukte. Ideal für Coaches, Berater und Kursanbieter im deutschsprachigen Raum.

Was ein Netzwerk leistet

Ein Affiliate-Netzwerk übernimmt sieben Kernfunktionen: Merchants und Affiliates zusammenführen, Tracking-Technologie bereitstellen, Werbemittel verwalten, Provisionen abrechnen, Qualitätskontrolle durchführen, Berichte erstellen und Betrug verhindern. Dafür nehmen Netzwerke einen spürbaren Anteil der ausgezahlten Provision. Für KMU, die kein eigenes Affiliate-Management aufbauen können, ist das ein fairer Preis.

Betrug erkennen und vorbeugen: Fünf Risiken im Affiliate-Marketing

Affiliate-Marketing ist nicht frei von Betrug. Fünf gängige Methoden sollten Sie kennen — nicht um paranoid zu werden, sondern um Ihr Programm von Anfang an sicher aufzusetzen.

  • Ad Hijacking: Betrüger kopieren Ihre Anzeigen und leiten den Traffic über ihren Affiliate-Link. Regelmäßige Kampagnenüberwachung schützt.
  • Cookie Dropping: Künstliche Klicks platzieren Affiliate-Cookies, ohne dass der Nutzer tatsächlich interagiert hat. Click-Verifikationstools helfen.
  • Typosquatting: Domains mit Tippfehlern (z. B. 'amzon.de') leiten zu Affiliate-Links weiter. Registrieren Sie naheliegende Domains Ihrer Marke.
  • Gefälschte Leads: Falsche Kundendaten werden eingereicht, um Lead-Provisionen zu kassieren. Manuelle Lead-Prüfung bei auffälligen Affiliates.
  • Verdeckte Cookie-Platzierung: Cookies werden über Browser-Toolbars ohne Nutzerinteraktion gesetzt. Monitoring-Tools identifizieren die Quelle.

Einfacher Schutz für KMU

Nutzen Sie ein etabliertes Affiliate-Netzwerk (Awin, TradeDoubler) — diese haben Betrugsprävention bereits eingebaut. Prüfen Sie monatlich die Conversion-Raten einzelner Affiliates: Weicht ein Partner stark vom Durchschnitt ab, schauen Sie genauer hin.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Affiliate-Marketing basiert auf drei Akteuren: Merchant (Anbieter), Affiliate (Partner) und Konsument (Endkunde).
  • Pay-per-Sale minimiert das Risiko: Sie zahlen nur bei tatsächlichem Verkauf — ideal für KMU mit begrenztem Budget.
  • Große Affiliate-Netzwerke wie Awin bieten Zugang zu Hunderttausenden aktiver Publisher — auch für kleine Merchants zugänglich.
  • Tracking-Methoden (URL, Cookie, Pixel) ordnen jeden Verkauf dem richtigen Affiliate zu — aber DSGVO-Anforderungen schränken Cookie-Tracking zunehmend ein.
  • Betrug ist ein reales Risiko: Cookie Dropping, Ad Hijacking und gefälschte Leads erfordern regelmäßige Überwachung.

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