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Online-Marketing

Podcast-Marketing — Expertise hörbar machen und Vertrauen aufbauen

Das gesprochene Wort ist die älteste Form der Überzeugung — und Podcasts bringen diese Kraft ins digitale Marketing. Wer regelmäßig spricht, wird zur vertrauten Stimme in den Ohren seiner Zielgruppe. Kein anderes Format baut so nachhaltig Beziehung auf.

Warum Podcasts im B2B funktionieren: Das Vertrauensmedium

Podcasts transportieren etwas, das kein Text und kein Bild kann: die Stimme eines echten Menschen. Tonfall, Begeisterung, Nachdenklichkeit — all das kommt rüber. Wer regelmäßig eine Stimme hört, baut Vertrauen auf, fast wie in einem persönlichen Gespräch. Genau das macht Podcasts so wirkungsvoll für B2B-Dienstleister.

Podcasts haben keinen Konflikt mit anderen Aufmerksamkeitsfressern. Ihre Zielgruppe hört zu, während sie Auto fährt, Sport macht oder den Hund ausführt. Das ist exklusive Aufmerksamkeit — ohne den Wettbewerb um Bildschirmzeit, den Social Media und E-Mail führen. Und die Nutzung wächst weiter, gerade bei der Zielgruppe über fünfzig — also genau dort, wo viele B2B-Entscheider sitzen.

Tiefenmedium, nicht Reichweitenmedium

Corporate Podcasts sind nie für die breite Masse. Hundert treue Hörer, die jede Folge bis zum Ende hören, sind mehr wert als zehntausend Abonnenten, die nie einschalten. Die Durchhörquote ist Ihr wichtigster Qualitätsindikator — sie zeigt, ob Ihr Inhalt relevant ist.

Format wählen: Interview, Panel oder Solo?

Bevor Sie das Mikrofon einschalten, müssen Sie eine grundlegende Entscheidung treffen: Welches Format passt zu Ihnen, Ihrem Thema und Ihren Ressourcen?

  • Interview-Podcast: Sie befragen Experten — Kunden, Partner, Branchenkenner. Vorteil: Immer frische Perspektiven und spannende Insights. Nachteil: Sie müssen ständig passende Gesprächspartner finden. Ideal für B2B-Dienstleister, die ihr lokales Netzwerk sichtbar machen wollen.
  • Panel-Diskussion: Mehrere Personen diskutieren ein Thema. Vorteil: Dynamik und Alleinstellungsmerkmal bei gutem Line-up. Nachteil: Gute Moderation ist anspruchsvoll, regelmäßig die richtigen Gäste zu gewinnen ist Arbeit.
  • Solo-Formate: Kurz-Infos, Impuls-Folgen, FAQ-Sessions. Vorteil: Volle Kontrolle, kein Koordinationsaufwand. Nachteil: Sie brauchen eine starke Stimme und genug Themen, um allein zu tragen.

Eigener Podcast vs. Gastauftritte

Sie müssen sich nicht sofort entscheiden. Treten Sie zunächst als Experte in bestehenden Podcasts auf — das bringt sofort Reichweite und Erfahrung. Parallel können Sie Ihren eigenen Podcast planen. Die Mischung aus beidem ist die stärkste Strategie: fremde Bühnen für Sichtbarkeit, eigene Bühne für Kontrolle.

Produktion in drei Phasen: Vorbereitung, Aufnahme, Nachbearbeitung

Ein guter Podcast klingt mühelos — ist aber das Ergebnis sorgfältiger Vorbereitung. Drei Phasen strukturieren den Produktionsprozess.

  • Vor-Produktion: Thema auswählen, Interviewpartner recherchieren und briefen, Fragenpool vorbereiten. Briefen Sie Gäste vorab über den groben Ablauf — aber schicken Sie keine fertigen Fragen, das tötet die Spontaneität. Planen Sie Intro, Outro und Kapitelmarken. Und testen Sie Ihr Equipment.
  • Aufnahme: Jeder Sprecher bekommt ein eigenes Mikrofon und eine eigene Aufnahmespur. Geschlossene Kopfhörer verhindern Rückkopplung. Stören Sie sich nicht an Versprechern — kurze Pause, neu ansetzen, wird im Schnitt geglättet. Und: Lächeln Sie beim Sprechen. Das Publikum hört es.
  • Nachbearbeitung: Grober Schnitt, Feinschnitt, Klangbearbeitung. Kürzen Sie Längen und Wiederholungen — weniger ist mehr. Erstellen Sie Kapitelmarken als Sprungmarken. Und produzieren Sie ein Episoden-Visual mit Gastname und Thema für die Podcast-Plattformen.

Tonqualität ist nicht verhandelbar

Es gibt kein Photoshop für schlechten Ton. Ein hallendes Büro, ein knisterndes Headset, ungleichmäßige Lautstärken — das vertreibt Hörer schneller als ein schwaches Thema. Investieren Sie in ein ordentliches USB-Mikrofon, nehmen Sie in einem möglichst trockenen Raum auf und machen Sie einen Testlauf, bevor Sie live gehen.

Promotion und Verbreitung: Damit Ihr Podcast gehört wird

Der beste Podcast nützt nichts, wenn ihn niemand findet. Promotion ist keine optionale Zugabe — sie ist genauso wichtig wie der Inhalt selbst.

  • Auf allen relevanten Plattformen präsent sein: Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts, YouTube. Richten Sie eine Podcast-Landingpage auf Ihrer Website ein — mit Episodenübersicht, Shownotes und Kontaktmöglichkeit.
  • SEO nutzen: Erstellen Sie Transkripte Ihrer Episoden. Das verbessert die Auffindbarkeit in Suchmaschinen, macht den Podcast barrierefrei und liefert gleichzeitig Rohmaterial für Blog-Beiträge.
  • Social-Media-Teaser: Kurze Video- oder Audio-Snippets für LinkedIn, Instagram, Facebook. Nicht den ganzen Podcast posten — ein Highlight-Moment, der neugierig macht und auf die volle Episode verlinkt.
  • Gäste als Multiplikatoren: Bitten Sie Ihre Interviewpartner, die Episode in ihrem Netzwerk zu teilen. Das verdoppelt Ihre Reichweite mit null Aufwand. Liefern Sie fertige Textbausteine und Grafiken, damit es leichtfällt.
  • Newsletter und Mitarbeiter: Ihre bestehende Kontaktliste und Ihr Team sind die ersten Fans. Corporate Influencer, die den Podcast teilen, bringen die ersten kritischen Hörer.

Content Recycling: Eine Episode, viele Formate

Aus einem dreißigminütigen Podcast-Gespräch entstehen: ein Blog-Beitrag als Zusammenfassung, drei bis fünf Social-Media-Snippets, ein Newsletter-Thema, Zitate als Sharepics und ein Transkript für SEO. Planen Sie dieses Recycling von Anfang an — es macht den Podcast zum Herzstück Ihrer Content-Strategie.

Podcast starten als lokaler Dienstleister: So gelingt der Einstieg

Ein Podcast ist kein Großprojekt. Die technische Hürde ist niedrig, die organisatorische Herausforderung ist Regelmäßigkeit. Hier ist der realistische Einstieg für B2B-Dienstleister.

  • Equipment: Ein USB-Mikrofon, ein Laptop, eine ruhige Ecke. Das reicht für den Start. Pop-Schutz und Kopfhörer verbessern die Qualität spürbar, kosten aber wenig.
  • Relevanz-Check: Fragen Sie sich ehrlich: Warum sollte jemand, der mein Unternehmen nicht kennt, diesen Podcast hören? Die Antwort muss ein klares Thema sein — nicht Ihr Unternehmen, sondern die Probleme und Fragen Ihrer Zielgruppe.
  • Format-Empfehlung für den Start: Interview-Podcast mit dem Geschäftsführer als Host. Das erschließt Ihr lokales Netzwerk — Kunden, Partner, regionale Experten als Gäste. Und es positioniert Sie als Gesprächspartner auf Augenhöhe.
  • Frequenz: Einmal im Monat ist realistisch und ausreichend. Lieber monatlich zuverlässig als wöchentlich für drei Monate und dann Funkstille.
  • Geduld einplanen: Sichtbarkeit braucht Zeit. Die ersten Folgen haben wenig Reichweite — das ist normal. Bleiben Sie dran. Nach zehn bis zwanzig Episoden beginnt sich ein treues Publikum aufzubauen.

Regionaler Differenzierungsfaktor

Kaum ein regionaler B2B-Dienstleister in Thüringen hat einen eigenen Podcast. Das ist Ihre Chance: Wer als erster in seiner Nische einen Podcast startet, besetzt das Thema. Und weil Podcasts langfristig wirken, baut sich ein Vorsprung auf, den Nachahmer nur schwer aufholen.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Podcasts sind ein Tiefenmedium, kein Reichweitenmedium. Die Durchhörquote ist wichtiger als die Followerzahl — wer bis zum Ende zuhört, vertraut Ihnen.
  • Zwei Wege zum Podcast: Einen eigenen starten (volle Kontrolle) oder als Experte in etablierten Podcasts auftreten (sofort Reichweite). Die Mischung ist ideal.
  • Die technische Hürde ist niedrig: Ein USB-Mikrofon, ein Laptop und eine ruhige Ecke reichen für den Start. Die Hauptinvestition ist Zeit und Regelmäßigkeit.
  • Jede Episode ist Content-Gold: Aus einem Podcast-Gespräch entstehen Blog-Beiträge, Social-Media-Snippets, Newsletter-Themen und Transkripte für SEO.
  • Corporate Podcasts brauchen Geduld. Sichtbarkeit wächst langsam, aber stetig. Mindestens eine Folge pro Monat hält Sie im Relevant Set Ihrer Hörer.

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