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Social Media für Kanzleien: Der richtige Kanal für das richtige Rechtsgebiet.

LinkedIn für B2B, Instagram für Privatmandate, das Personenprofil als digitale Visitenkarte — Social Media bietet Kanzleien Möglichkeiten, die kein anderer Kanal bietet. Wenn die Strategie stimmt.

Kanzleiprofil vs. Personenprofil: Zwei verschiedene Welten

Social Media für Kanzleien beginnt mit einer grundlegenden Unterscheidung: dem Kanzleiprofil (Unternehmensprofil) und dem Personenprofil. Beide haben unterschiedliche Stärken, Anforderungen und Einsatzzwecke.

Das Kanzleiprofil eignet sich für Kanzleien, die genügend Inhalte und internes Engagement aufbringen. Sein Erfolg steht und fällt mit dem Willen der gesamten Kanzlei — wenn nur vereinzelte Personen beitragen, reicht es nicht. Ein Profil, das monatelang ohne neuen Beitrag verwaist, signalisiert Desinteresse statt Kompetenz. Dafür ist das Kanzleiprofil Voraussetzung für Social Ads — bezahlte Anzeigen lassen sich nur über ein Unternehmensprofil schalten.

Das Personenprofil ist für Rechtsanwälte das wirkungsvollere Instrument. Es dient mindestens als digitale Visitenkarte und kann darüber hinaus zwei Funktionen erfüllen: Personal Branding — Wissen, Spezialisierung und Meinungen kommunizieren, um ein Bild der eigenen Expertise aufzubauen. Und virtuelles Networking — direkte persönliche Nachrichten, schneller und unmittelbarer als E-Mail, auch mit bisher unbekannten Kontakten.

Der Personenprofil-Vorteil

Ein Personenprofil ist unabhängig von der restlichen Kanzlei — eigenes Tempo, eigener Stil. Und es lässt sich kaum fremdsteuern: Der persönliche Ton und die Fachkompetenz sind authentisch. Das macht es gleichzeitig schwerer zu delegieren und schwerer zu kopieren.

Der richtige Kanal: LinkedIn, Instagram oder Facebook?

Die Kanalwahl hängt vom Rechtsgebiet und der Zielgruppe ab — nicht von persönlichen Vorlieben. Die Grundregel: Gehen Sie dorthin, wo Ihre Mandanten sind.

  • LinkedIn: Die erste Wahl für B2B-Rechtsberatung. Ideal für Vernetzung mit Führungs- und Entscheidungsebene in Unternehmen. Hat sich als führende Business-Plattform etabliert — mit größerer Reichweite und mehr Social-Network-Funktionalitäten als andere Businessnetzwerke.
  • Facebook und Instagram: Ideal für den Privatmandatsbereich — Familienrecht, Verkehrsrecht, Arbeitsrecht, Mietrecht. Hier bewegen sich Ihre Mandanten im Alltag. Rechtliche Hinweise und Antworten auf Alltagsfragen fallen hier auf fruchtbaren Boden.
  • YouTube: Unterschätzt, aber wirkungsvoll. Rechtsthemen werden massiv auf YouTube gesucht — "Was tun bei Kündigung?" oder "Eigenbedarfskündigung Rechte Mieter" haben hohes Suchvolumen. YouTube-Videos erscheinen direkt in den Google-Suchergebnissen und arbeiten dauerhaft für Sie. Besonders relevant für den Privatmandatsbereich.
  • TikTok: Relevant für Personalakquise und den Aufbau von Bekanntheit bei jungen Zielgruppen. Für die direkte Mandantengewinnung (noch) weniger geeignet, aber als Imagefaktor bei jungen Talenten nicht zu unterschätzen.

Wenn Ihr Beratungsangebot homogen ist — etwa ausschließlich Arbeitsrecht für Arbeitnehmer — konzentrieren Sie sich auf einen Kanal mit voller Aufmerksamkeit. Bei einem breiten Spektrum können verschiedene Anwälte verschiedene Kanäle bespielen, jeweils mit einem Personenprofil passend zu ihrem Rechtsgebiet.

Regionaler Vorteil

In kleineren Netzwerken wie Weimar und Thüringen fallen Sie schneller auf. Die Vernetzung mit dem lokalen Unternehmertum ist persönlicher und direkter als in einer Großstadt — nutzen Sie das.

Social Ads: Präzises Targeting statt Streuverlust

Social Ads sind bezahlte Anzeigen innerhalb eines sozialen Netzwerks, die an genau definierte Personengruppen ausgespielt werden — nach Alter, Standort, Berufsabschluss, Position und weiteren Parametern. Die Streuverluste sind minimal, die Zielgenauigkeit deutlich höher als bei Google Ads.

Besonders spannend sind Social Ads im B2B-Bereich: Die Anzeige erscheint im News-Stream von Entscheidern, ohne dass diese aktiv nach einem Rechtsthema suchen müssen. Sie können damit Interesse und Beratungsbedarf wecken, der noch gar nicht als Suchanfrage formuliert wurde — gestaltende Rechtsberatung wie Vorsorge, Vertragsüberprüfung oder Compliance-Checks.

  • Nur über Kanzleiprofil (Unternehmensprofil) möglich — nicht über Personenprofile.
  • Für Zielseiten und Anzeigentexte gelten dieselben Regeln wie bei Google Ads: thematisch passend, übersichtlich, einfache Kontaktaufnahme.
  • Auch zur Markenbildung und Follower-Gewinnung einsetzbar — nicht nur zur direkten Mandatsakquise.
  • Budget flexibel skalierbar: Testen Sie mit kleinem Budget und skalieren Sie, was funktioniert.

Was posten? Content-Strategie für Kanzleien

Social-Media-Inhalte haben zwei Funktionen: informieren und unterhalten. Die richtige Mischung aus fachlichen Inhalten (verständlich aufbereitet) und Einblicken in den Kanzleialltag hält Ihre Profile lebendig und relevant.

  • Fachliche Kurzformate: Rechtsfragen aus dem Alltag Ihrer Mandanten aufgreifen und verständlich beantworten.
  • Text mit Bild oder Video: Bilder sorgen für Aufmerksamkeit, der Text transportiert den Inhalt. In bildlastigen Netzwerken reichen reine Textposts oft nicht.
  • Verlinkungen auf Blogbeiträge: Für vertiefte Informationen, das Bild aus dem Beitrag sorgt für Aufmerksamkeit im Feed.
  • Eigene Einordnung bei Verlinkungen: Immer kommentieren, warum Sie etwas teilen — "Finde ich gut, weil..." oder "Sehe ich anders, weil..." Sonst bleibt zu viel Interpretationsspielraum.
  • Einblicke in den Kanzleialltag: Teamfotos, Veranstaltungen, Fortbildungen — machen die Kanzlei menschlich.

Wichtig zu verstehen

Social Media erzeugt in der Rechtsberatung selten einen sofortigen Mandatsbedarf. Das Ziel ist, sich im Kopf der Netzwerkkontakte zu verankern — wenn der Bedarf entsteht, wird an Sie gedacht. Ausnahme: Gestaltende Rechtsberatung (Vorsorge, Vertragsüberprüfung) kann durch gezieltes Marketing einen konkreten Handlungswunsch auslösen.

KI-Content und Authentizität

KI-Tools machen die Content-Produktion einfacher — aber gleichzeitig wird KI-generierter Content überall sichtbar. Persönliche Einordnungen, echte Meinungen und Video-Formate werden dadurch wertvoller, weil sie sich nicht so einfach automatisieren lassen. Wer als Anwalt eigene Haltung zeigt, hebt sich von der wachsenden Masse generischer Inhalte ab.

Netzwerk aufbauen: Praktische Schritte

Ein Social-Media-Profil ohne Netzwerk ist wie eine Website ohne Besucher. Der Aufbau beginnt mit den Kontakten, die Sie bereits haben — und erweitert sich systematisch durch Aktivität.

  • Alte Kontakte reaktivieren: Schule, Studium, Sportverein, Referendariat — viele wissen gar nicht, was Sie beruflich tun.
  • Nach Veranstaltungen vernetzen: Konferenzen, IHK-Events, Vorträge — den Kontakt über Social Media festigen.
  • In Gruppen und Diskussionen beteiligen: Fragen stellen, antworten, kommentieren. Sichtbarkeit durch Aktivität.
  • Profilbesucher kontaktieren: Bei Businessnetzwerken sehen Sie, wer Ihr Profil angesehen hat — eine natürliche Gesprächseröffnung.
  • Real-Life-Transfer: QR-Code auf der Visitenkarte, Link im Website-Profil, Hinweis auf der letzten Vortragsfolie.

Auch für die Personalakquise ist Social Media ein wichtiger Imagefaktor. Junge Talente informieren sich über potenzielle Arbeitgeber online — eine unprofessionelle oder fehlende Social-Media-Präsenz hinterlässt bei der Generation, die Sie einstellen wollen, einen schlechten Eindruck.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein LinkedIn-Personenprofil ist Pflicht — mindestens als digitale Visitenkarte. Für B2B-Rechtsberatung ist LinkedIn die erste Wahl.
  • Für Privatmandate (Familienrecht, Arbeitsrecht, Mietrecht) erreichen Sie Ihre Zielgruppe auf Facebook und Instagram — dort, wo sich Mandanten im Alltag bewegen.
  • Das Personenprofil ist für Anwälte wirkungsvoller als das Kanzleiprofil: unabhängig, authentisch und quasi nicht delegierbar.
  • Social Ads ermöglichen präzises Targeting nach Alter, Standort, Berufsabschluss und Position — mit minimalen Streuverlusten, besonders im B2B-Bereich.
  • Social Media verlangt Konsequenz: Lieber einen Kanal ernsthaft bespielen als auf drei Plattformen sporadisch posten. Ein verwaistes Profil schadet dem professionellen Eindruck mehr als gar keine Präsenz.

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