Gefunden werden, wenn Mandanten suchen.
Ratsuchende googeln ihr Problem, nicht Ihren Namen. Wer bei "Anwalt Arbeitsrecht Weimar" nicht auf Seite 1 steht, existiert für diese Mandanten nicht. SEO und SEA ändern das — wenn die Strategie stimmt.
Wann sich Suchmaschinenmarketing für Kanzleien lohnt — und wann nicht
Suchmaschinenmarketing ist nicht für jede Kanzlei gleich sinnvoll. Wer als alteingesessener Platzhirsch in einer kleinen Stadt über Netzwerke und Empfehlungen genug Mandate hat, braucht kein SEO. Und reine B2B-Spezialisten für Nischenthemen wie M&A oder Kartellrecht werden kaum gegoogelt — hier funktionieren Empfehlungen, Fachnetzwerke und Social Ads besser.
Richtig sinnvoll wird Suchmaschinenmarketing im Privatmandatsbereich: Familienrecht, Arbeitsrecht, Mietrecht, Verkehrsrecht, Erbrecht. Hier suchen Ratsuchende aktiv auf Google nach Hilfe. Auch für Kanzleien, die ihr Mandatsaufkommen steigern wollen, neue Beratungsbereiche etablieren oder bestimmte Fallarten für die Fachanwaltsliste sammeln möchten, ist SEM der direkteste Weg.
Mischkanzleien
Eine Kanzlei kann beides gleichzeitig: SEA für den Privatmandatsbereich (Arbeitsrecht, Mietrecht) und bewusster Verzicht auf SEM für den Unternehmensbereich (Gesellschaftsrecht, Compliance). Die Kanäle lassen sich gezielt pro Rechtsgebiet steuern.
SEO für Kanzleien: Langfristig sichtbar werden
Suchmaschinenoptimierung ist kein Projekt mit Anfang und Ende, sondern ein fortlaufender Prozess. Drei Grundwahrheiten sollte jede Kanzlei kennen: SEO wirkt nicht kurzfristig — Rankings bauen sich über Wochen und Monate auf. SEO ist nie fertig — Algorithmen ändern sich, Wettbewerber optimieren nach. Und das Wettbewerbsumfeld entscheidet: Derselbe Suchbegriff kostet in einer Großstadt ein Vielfaches des Aufwands wie in einer Kleinstadt.
Onpage-SEO umfasst alles, was Sie auf Ihrer eigenen Website beeinflussen können. Technisch bedeutet das: SSL-Verschlüsselung, Responsive Design, schnelle Ladezeiten, eine übersichtliche Seitenstruktur mit flacher Hierarchie und interner Verlinkung. Inhaltlich bedeutet es: Texte mit mindestens 500 Wörtern pro Seite, ein klares Haupt-Keyword pro Unterseite, Überschriften als H1/H2/H3 ausgezeichnet und eine Keyword-Dichte, die natürlich wirkt.
Offpage-SEO dreht sich um Backlinks von anderen Websites. Qualität schlägt Quantität: Ein Link von einer thematisch passenden Seite mit hoher Autorität ist mehr wert als zehn Verzeichniseinträge. Einheitliche Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefonnummer) in allen Online-Verzeichnissen — sogenannte NAP-Konsistenz — ist ein oft vernachlässigter, aber wichtiger Ranking-Faktor.
Für lokale Kanzleien ist das Google Business Profile (ehemals Google My Business) das wichtigste Einzelinstrument. Bei lokalen Suchen wie "Anwalt Weimar" oder "Steuerberater Erfurt" erscheint die Google-Maps-Einblendung mit drei Profilen noch oberhalb der organischen Ergebnisse. Ein vollständiges Profil mit aktuellen Öffnungszeiten, professionellem Foto, korrekter Kategorie und regelmäßig beantworteten Bewertungen entscheidet oft darüber, ob der Anruf bei Ihnen oder beim Wettbewerber eingeht — und das Profil ist kostenlos.
E-E-A-T: Warum Kompetenz sichtbar sein muss
Google bewertet rechtliche Inhalte besonders streng — sie fallen unter "Your Money or Your Life". Websites, die Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit (E-E-A-T) signalisieren, ranken besser. Konkret: Autorenname und Qualifikation bei Fachbeiträgen, Link zur Anwaltskammer oder Steuerberaterkammer, echte Mandantenbewertungen und eine transparente Darstellung Ihrer Spezialisierung.
Lokaler Vorteil
In Weimar und vergleichbaren Städten ist der SEO-Wettbewerb deutlich geringer als in Großstädten. Das bedeutet: schnellere Ergebnisse mit geringerem Budget. Wer hier früh in SEO investiert, sichert sich Positionen, die Nachzügler nur schwer einholen können.
Google Ads für Kanzleien: Sofortige Sichtbarkeit
Während SEO Monate braucht, liefert SEA sofortige Ergebnisse. Google Ads im Suchnetzwerk sind reine Textanzeigen, die erscheinen, wenn jemand nach einem bestimmten Begriff in einer definierten Region sucht. Sie zahlen nur, wenn jemand tatsächlich klickt — und können Region, Tagesbudget und Ausspielungszeiten präzise steuern.
Das Prinzip: Sie definieren Keywords (z.B. "Anwalt Arbeitsrecht Weimar" oder "Steuerberater Erbschaftsteuer Thüringen"), legen eine Region und ein Tagesbudget fest, formulieren Anzeigentexte und bestimmen, auf welche Seite der Klick führt. Google setzt Ihre Anzeigenbausteine automatisch zusammen und bevorzugt die Kombinationen, die am besten funktionieren.
- Suchnetzwerk-Anzeigen: Textanzeigen bei aktiver Suche — ideal für direkte Mandatsakquise.
- Displaynetzwerk-Anzeigen: Grafische Anzeigen auf Drittwebsites — deutlich günstiger, geeignet für Markenbekanntheit, aber vorsichtig dosieren.
- Long-Tail-Keywords bevorzugen: "Eigenbedarfskündigung Widerspruch" statt "Anwalt Mietrecht" — weniger Wettbewerb, niedrigere Klickkosten, höherer Beratungsdruck.
- Anzeigenerweiterungen nutzen: Zusätzliche Textzeilen, direkte Telefonnummer, weitere Links — mehr Fläche und Sichtbarkeit in den Suchergebnissen.
Die Zielseite: Der häufigste und teuerste Fehler
Der mit Abstand häufigste Fehler bei Google Ads für Kanzleien: Die Anzeige verlinkt auf die Startseite statt auf eine themenspezifische Unterseite. Ein Ratsuchender, der nach "Kündigung erhalten was tun" sucht und auf einer allgemeinen Kanzlei-Startseite landet, wird sich nicht durch die Navigation klicken. Er springt ab — und der Klick war bezahlt, aber wirkungslos.
Praxisbeispiel
Eine B2C-Kanzlei schaltete Google Ads mit guten Klickzahlen und messbaren Kontaktaufnahmen. Trotzdem entstanden keine neuen Mandate. Die Ursache lag nicht in der Anzeige, sondern im Sekretariat: Mangelnde Höflichkeit und fehlende Bereitschaft, Terminwünsche zu erfüllen, vernichteten den Erfolg der Kampagne.
- Jede Anzeige braucht eine thematisch passende Zielseite — nicht die Startseite.
- Die Zielseite muss das Thema der Suchanfrage direkt aufgreifen und übersichtlich sein.
- Einfache Kontaktaufnahme auf der Zielseite: Klickbare Telefonnummer, kurzes Kontaktformular.
- Wenn Ads nur Kosten verursachen: Entweder passt die Anzeige nicht zum Keyword oder die Zielseite nicht zur Anzeige.
Selbst machen oder Agentur beauftragen?
Diese Frage stellt sich sowohl für SEO als auch für SEA. Beide haben ihre Fallstricke — aber die optimale Lösung ist für viele Kanzleien dieselbe: professionelles Setup, dann selbst verwalten.
Bei SEA (Google Ads) können kleine Kanzleien die laufende Verwaltung durchaus selbst übernehmen, wenn sie die Grundlagen verstehen. Der beste Weg: Ein Spezialist richtet die Kampagnen ein, testet sie zwei bis drei Monate und übergibt dann die Verwaltung. So bekommen Sie professionelle Kampagnenstruktur ohne laufende Agenturkosten. Vorsicht bei Agenturen ohne juristische Kenntnis — inhaltliche Fehler wie "WEG-Recht" statt "Wegerecht" passieren schneller, als man denkt.
Bei SEO ist eine bewusste Entscheidung nötig: Wollen Sie SEO betreiben — ja oder nein? Diese Entscheidung sollte vor der Website-Konzeption fallen, weil sie Einfluss auf Gestaltung und Umfang hat. Wenn ja, empfiehlt sich eine Agentur mit Kanzleispezialisierung, die nicht nur die technische Optimierung übernimmt, sondern auch versteht, welche Rechtsthemen in Ihrer Region gesucht werden.
KI verändert die Spielregeln
Google zeigt bei vielen Rechtsthemen inzwischen KI-generierte Zusammenfassungen direkt in den Suchergebnissen — noch bevor der Nutzer eine Website anklickt. Einfache Fragen wie "Kündigungsfrist Arbeitsvertrag" werden zunehmend ohne Klick beantwortet. Das bedeutet: SEO muss sich auf komplexere, beratungsintensive Fragen konzentrieren, die KI nicht abschließend beantworten kann. Die gute Nachricht: Lokale Suchen ("Anwalt Arbeitsrecht Weimar") führen weiterhin zu Klicks — weil Ratsuchende einen echten Menschen vor Ort wollen, keine KI-Antwort.
SEO-Entscheidung vor Website-Konzeption
Ob Sie SEO betreiben wollen, ist eine aktive Entscheidung — nicht etwas, das man nachträglich draufpackt. SEO beeinflusst die Seitenstruktur, die Textlänge, die URL-Struktur und den Umfang der Website. Treffen Sie diese Entscheidung am Anfang, nicht am Ende.
Das Wichtigste auf einen Blick
- SEO wirkt langfristig und eignet sich für Kanzleien, die dauerhaft gefunden werden wollen. In kleineren Städten ist der Wettbewerb geringer — schnellere Ergebnisse mit kleinerem Budget.
- SEA (Google Ads) liefert sofortige Sichtbarkeit und eignet sich für akute Mandatsflaute, neue Rechtsgebiete oder gezielte Fallakquise.
- Die Zielseite entscheidet über Erfolg oder Misserfolg: Anzeigen, die auf die Startseite verlinken statt auf eine themenspezifische Unterseite, verbrennen Budget.
- Spezifische Long-Tail-Keywords ("Eigenbedarfskündigung Widerspruch") sind günstiger und konvertieren besser als generische Begriffe ("Anwalt Mietrecht").
- SEO ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortlaufender Prozess. Algorithmen ändern sich, Wettbewerber optimieren nach — wer aufhört, fällt zurück.
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