Sichtbarkeit leihen: Kanzleiverzeichnisse und Rankings strategisch nutzen.
Anwaltssuchdienste und Rechtsmarkt-Rankings bieten Sichtbarkeit, die Sie sich nicht selbst erarbeiten müssen. Vorausgesetzt, Sie nutzen sie richtig — mit einem überzeugenden Profil und einer klaren Strategie.
Was Anwaltssuchdienste sind — und warum sie besser sind als ihr Ruf
Anwaltssuchdienste sind Plattformen, auf denen Anwälte und Kanzleien ein Profil buchen — eine kleine Internetpräsenz auf der Website des Anbieters. Profile lassen sich je nach Anbieter und Profilart unterschiedlich individualisieren. Die monatlichen Kosten bewegen sich im überschaubaren Bereich, die Vertragslaufzeiten variieren.
In der Branche haben Suchdienste einen gemischten Ruf. Viele halten sie für teuer und nutzlos — aber sie sind in der Regel besser, als dieses Gefühl vermuten lässt. Der entscheidende Vorteil: Suchdienst-Websites sind massiv suchmaschinenoptimiert. Bei allgemeinen Suchen wie "Anwalt Mietrecht" plus Stadtname stehen sie oft auf Google Seite 1 — Sichtbarkeit, die Sie sich nicht selbst erarbeiten müssen.
Das wichtigste Verzeichnis ist dabei keines der klassischen Suchdienste, sondern Ihr Google Business Profile. Bei lokalen Suchen wie "Anwalt Weimar" oder "Steuerberater Erfurt" erscheint die Google-Maps-Einblendung noch oberhalb der organischen Ergebnisse und der Suchdienst-Treffer. Ein vollständiges, gepflegtes Google-Profil mit professionellem Foto, aktuellen Öffnungszeiten und beantworteten Bewertungen ist kostenlos — und für lokale Sichtbarkeit unschlagbar.
Praxistipp
Googeln Sie Ihre eigene Stadt plus Rechtsgebiet (z.B. "Anwalt Arbeitsrecht Weimar" oder "Steuerberater Erbschaftsteuer Erfurt"). Schauen Sie, welcher Suchdienst auf Seite 1 erscheint — dort sollten Sie ein Profil haben. In weniger umkämpften Regionen ist die interne Konkurrenz geringer, was Ihre Chancen auf Sichtbarkeit erhöht.
Der unterschätzte Vorteil: Rechtsbeiträge auf Suchdienst-Plattformen
Viele Suchdienste erlauben die Veröffentlichung von Rechtsbeiträgen im Blog-Stil auf ihrer Plattform. Das klingt nach einem Nebenfeature, ist aber der vielleicht größte Vorteil eines Suchdienst-Profils.
Der Grund: Beiträge werden auf einer Website veröffentlicht, die bei Google bereits hohe Autorität genießt. Dieselbe Information auf Ihrem eigenen Blog — der möglicherweise kaum SEO-Autorität hat — würde auf Seite 3 oder 4 landen. Auf der Suchdienst-Plattform hat sie realistische Chancen auf Seite 1.
- Schreiben Sie zu eng eingegrenzten Themen, die Ihre Zielgruppe tatsächlich googelt: "Rechte als Mieter bei Schimmel" statt "Überblick Mietrecht".
- Auch im B2B-Bereich funktioniert das: Unternehmensverantwortliche suchen nach Rechtsfragen, nicht nach "Anwalt" — und finden dann Ihren Beitrag plus Profil.
- Nutzen Sie Rechtsbeiträge als SEO-Shortcut: Statt mühsam einen eigenen Blog aufzubauen, gewinnen Sie über die Suchdienst-Plattform schnell Sichtbarkeit für spezifische Themen.
Qualität vor Quantität
Ein gut recherchierter, verständlich geschriebener Beitrag zu einem spezifischen Thema bringt mehr als zehn oberflächliche Texte. Ratsuchende und Google erkennen den Unterschied.
Vier Faktoren für ein überzeugendes Profil
Ein Suchdienst-Profil arbeitet nicht von allein. Es muss individuell eingerichtet und aktiv betrieben werden. Vier Faktoren entscheiden darüber, ob Ihr Profil aus der Masse heraussticht:
- Professionelles Porträtfoto: Das Gesicht muss gut erkennbar sein. Viele Profile haben schlechte Fotos oder nur ein Kanzlei-Logo — wer hier mit einem sympathischen, professionellen Porträt auffällt, hat einen sofortigen Vorteil.
- Aussagekräftiger Profiltext: Der richtige Sprachstil, gute Gliederung — dieselben Regeln wie für die Website. Verständlich für Laien, strukturiert mit Zwischenüberschriften.
- Suchoptimierte Keywords: Suchdienste haben eigene interne Suchfunktionen. Long-Tail-Keywords im Profiltext (z.B. "Eigenbedarfskündigung", "Betriebskostenabrechnung") sorgen dafür, dass Ihr Profil in kürzeren, weniger umkämpften Trefferlisten erscheint.
- Vollständigkeit: Alle verfügbaren Felder ausfüllen, Medien einbinden (Bilder, Videos, Downloads). Ein vollständiges Profil hebt sich von den vielen halbherzigen Einträgen ab.
JUVE, Chambers, Legal 500: Rankings für den B2B-Bereich
Neben Online-Suchdiensten gibt es eine zweite Welt der Kanzleiverzeichnisse: die Rechtsmarkt-Rankings. JUVE, Chambers und Legal 500 bewerten Kanzleien und einzelne Anwälte auf Basis von Peer Reviews, Mandantenbefragungen und Submissions. Eine gute Platzierung stärkt die Reputation — besonders im B2B-Bereich und bei der Gewinnung von Unternehmensmanaten.
Die Teilnahme erfordert Planung und interne Prozesse: Submissions müssen vorbereitet, Referenzmandanten identifiziert und Interviews professionell begleitet werden. Größere Kanzleien haben dafür eigene Business-Development-Teams. Für kleinere Kanzleien mit B2B-Fokus lohnt sich die Teilnahme, wenn sie systematisch angegangen wird.
- Frühzeitig planen: Die Submissions haben feste Deadlines, die nicht verpasst werden dürfen.
- Referenzmandanten vorbereiten: Die besten Referenzen kommen von zufriedenen Mandanten, die konkret über die Zusammenarbeit berichten können.
- Ergebnisse intern kommunizieren: Gute Platzierungen sind wertvolles Material für Website, Social Media und Pitches.
- Nach der Veröffentlichung analysieren: Was können Sie im nächsten Zyklus verbessern?
Für wen sich Rankings lohnen
Rankings sind primär für den B2B-Bereich relevant — Unternehmensmandate, komplexe Transaktionen, Nischenexpertise. Für reine Privatmandatskanzleien sind Online-Suchdienste in der Regel der wirksamere Kanal.
Verzeichnisstrategie: Was sich für Ihre Kanzlei lohnt
Nicht jedes Verzeichnis und nicht jede Plattform passt zu jeder Kanzlei. Die richtige Strategie hängt von Ihrer Zielgruppe, Ihren Rechtsgebieten und Ihrem Budget ab.
- Privatmandatsbereich (Arbeitsrecht, Mietrecht, Familienrecht): Suchdienst-Profil auf anwalt.de oder vergleichbaren Plattformen mit aktiver Pflege und regelmäßigen Rechtsbeiträgen. Hier suchen echte Mandanten.
- Steuerberater und Wirtschaftsprüfer: Andere Verzeichnislandschaft — die DATEV-Steuerberatersuche, steuerberater.de und das WPK-Berufsregister sind die relevanten Plattformen. Zusätzlich gilt wie für Anwälte: Google Business Profile ist Pflicht.
- B2B-Bereich (Gesellschaftsrecht, Handelsrecht, Compliance): Rankings und Fachnetzwerke sind wirkungsvoller. Suchdienst-Profile schaden nicht, bringen aber weniger.
- Neugründung: Ein Suchdienst-Profil kann den Grundumsatz sichern, während die eigene Website und SEO noch aufgebaut werden.
- Etablierte Kanzlei: Verzeichnisse als Ergänzung zur eigenen Online-Präsenz — nicht als Ersatz.
In allen Fällen gilt: Je mehr Individualisierbarkeit und Funktionen ein Verzeichnis bietet — Rechtsbeiträge, Videos, Rechtsprodukte — desto lohnender ist die Investition. Ein Standardprofil, das sich nicht von den anderen unterscheidet, bringt wenig.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Anwaltssuchdienste wie anwalt.de sind massiv suchmaschinenoptimiert — Ihr Profil profitiert von deren SEO-Arbeit, ohne dass Sie selbst optimieren müssen.
- Rechtsbeiträge auf Suchdienst-Websites haben eine deutlich höhere Chance auf Google Seite 1 als derselbe Beitrag auf Ihrem eigenen Blog.
- Vier Faktoren entscheiden über den Profilerfolg: professionelles Foto, aussagekräftiger Text, suchoptimierte Keywords und vollständig ausgefüllte Felder.
- In weniger umkämpften Regionen wie Weimar können Suchdienst-Profile besonders gut funktionieren — weniger Konkurrenz in den internen Trefferlisten.
- Rankings wie JUVE und Chambers stärken die Reputation im B2B-Bereich. Die Teilnahme erfordert Planung, zahlt sich aber langfristig aus.
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