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Die besten Köpfe kommen nicht von allein. Sie müssen überzeugt werden.

Der Wettbewerb um juristische Talente, Steuerfachangestellte und Referendare ist intensiv. Kanzleien, die online als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden, haben einen entscheidenden Vorsprung — vor allem in der Region.

War for Talents: Warum Kanzleien um Nachwuchs kämpfen müssen

Der Wettbewerb um qualifizierte Juristinnen und Juristen, Steuerberater, Steuerfachangestellte und Referendare ist so intensiv wie nie. Die Nachfrage übersteigt das Angebot — und die besten Talente können sich ihre Arbeitgeber aussuchen. Das gilt besonders für Steuerfachangestellte, deren Fachkräftemangel noch dramatischer ist als im juristischen Bereich. Wer als Kanzlei nicht aktiv um Nachwuchs wirbt, bekommt die Bewerbungen, die übrig bleiben.

Junge Talente haben klare Erwartungen: Flexibilität bei Arbeitszeit und -ort, regelmäßiges Feedback, Entwicklungsperspektiven und eine Arbeit, die als sinnvoll empfunden wird. Work-Life-Balance ist kein Schlagwort, sondern ein Entscheidungskriterium. Kanzleien, die das ignorieren, verlieren nicht die schlechten Bewerber — sie verlieren die besten.

Der Online-Check kommt zuerst

Bevor sich ein Talent bewirbt, googelt es Ihre Kanzlei. Was es dort findet — oder nicht findet — entscheidet, ob eine Bewerbung überhaupt geschrieben wird. Eine veraltete Website ohne Teamseite, keine Social-Media-Präsenz und keine Karriereinformationen hinterlassen den Eindruck: Diese Kanzlei ist nicht am Puls der Zeit.

Employer Value Proposition: Warum ausgerechnet zu Ihnen?

Die Employer Value Proposition (EVP) ist die Antwort auf die eine Frage, die jeder Bewerber stellt: "Warum sollte ich ausgerechnet bei dieser Kanzlei arbeiten?" Die Antwort muss ehrlich, konkret und differenzierend sein — kein "tolles Team" und "spannende Mandate", sondern echte Alleinstellungsmerkmale.

  • Was macht Ihre Kanzlei als Arbeitsort besonders? Spezialisierung, Mandantenstruktur, Kanzleikultur, Standort?
  • Welche Entwicklungsperspektiven bieten Sie? Fachanwaltstitel, Partnertrack, Fortbildungsbudget, Mentoring?
  • Wie flexibel arbeiten Sie? Home-Office-Tage, Gleitzeitmodelle, Teilzeit für Eltern, Sabbatical-Optionen — wer dazu schweigt, wird als unflexibel eingestuft. Benennen Sie konkret, was möglich ist.
  • Wie modern ist Ihr Arbeitsumfeld? KI-gestützte Recherche, digitale Aktenführung, moderne Tools — junge Talente wollen in einer Kanzlei arbeiten, die technologisch nicht stehengeblieben ist.
  • Was sagen Ihre aktuellen Mitarbeiter? Die beste EVP kommt nicht aus der Geschäftsleitung, sondern aus dem Team.

Regionaler Vorteil

Kanzleien in Weimar und Thüringen haben ein natürliches Argument: Lebensqualität, bezahlbare Mieten, kurze Wege, persönliche Arbeitsatmosphäre. Für Talente, die bewusst nicht in eine Großstadt wollen, ist das ein echtes Differenzierungsmerkmal. Machen Sie es sichtbar.

Karriereseite und Stellenanzeigen: Der erste Kontaktpunkt

Die Karriereseite auf Ihrer Website ist der zentrale Ort für alle Recruiting-Informationen. Sie muss drei Fragen beantworten: Wer sind wir als Arbeitgeber? Wie ist es, hier zu arbeiten? Und: Welche Stellen sind offen?

  • Team vorstellen: Echte Fotos, kurze persönliche Statements, Fachgebiete. Keine Stockbilder, keine anonymen Silhouetten.
  • Kultur zeigen: Wie sieht ein typischer Tag aus? Wie arbeiten die Teams zusammen? Welche Werte leben Sie?
  • Offene Stellen klar beschreiben: Aufgaben, Erwartungen, Angebote — konkret und ehrlich. Keine Copy-Paste-Anzeigen.
  • Bewerbungsprozess erklären: Wie läuft eine Bewerbung ab? Wer ist der Ansprechpartner? Wie schnell gibt es Rückmeldung?

Stellenanzeigen sollten nicht nur auf Jobbörsen stehen, sondern auch auf LinkedIn, in spezialisierten juristischen Karrierenetzwerken und — ganz wichtig — auf Ihrer eigenen Website. Jede Stellenanzeige ist gleichzeitig ein Schaufenster Ihrer Arbeitgebermarke.

Video: Das unterschätzte Recruiting-Instrument

Video ist in der Kanzleiwelt noch immer ein Nischenformat — und genau deshalb eine Chance. Wer kurze, authentische Videos produziert, hebt sich von der Masse der textlastigen Karriereseiten ab. Das muss nicht teuer oder aufwändig sein.

  • Teamvorstellung: Kurze Clips, in denen Mitarbeiter erzählen, was sie tun und warum sie gerne hier arbeiten. Mit dem Smartphone gedreht, nicht perfekt produziert — Authentizität schlägt Hochglanz.
  • Kanzleialltag: Ein Tag in der Kanzlei, Einblicke in Besprechungen, die Mittagspause, die Kanzleiräume. Zeigen, wie es wirklich ist.
  • Erfahrungsberichte: Referendare oder Berufseinsteiger, die von ihrem Start berichten. Die glaubwürdigsten Botschafter sind die eigenen jungen Kollegen.
  • Fachvideos: Kurze Erklärungen zu Rechtsthemen, die gleichzeitig Kompetenz zeigen und als Recruiting-Content funktionieren.

Doppelte Wirkung

Recruiting-Videos wirken doppelt: Sie ziehen Bewerber an und stärken gleichzeitig Ihre Mandantenakquise. Ein kurzes Video, das Ihr Team und Ihre Kompetenz zeigt, überzeugt Bewerber und Mandanten gleichermaßen.

Recruiting-Kanäle: Wo Sie Talente erreichen

Die Wahl der richtigen Kanäle hängt davon ab, wen Sie suchen: Juristen mit Berufserfahrung erreichen Sie anders als Referendare oder Auszubildende.

  • LinkedIn: Pflichtkanal für alle juristischen Positionen. Sowohl für aktive Stellenanzeigen als auch für Sichtbarkeit als attraktiver Arbeitgeber.
  • Juristische Karrierenetzwerke: Spezialisierte Plattformen, die gezielt juristische Talente ansprechen.
  • Hochschulmarketing: Kontakt zu juristischen Fakultäten, Gastvorträge, Praktikumsangebote. Für Kanzleien in Thüringen ist die Friedrich-Schiller-Universität Jena ein natürlicher Partner.
  • Karrieremessen und In-house Events: Persönlicher Kontakt bleibt das stärkste Instrument. Tag der offenen Tür, Kanzleiführungen, Praxis-Workshops für Studierende.
  • Social Media (Instagram, TikTok): Für die jüngste Zielgruppe — Auszubildende, Werkstudenten. Authentische Einblicke in den Kanzleialltag.

Unabhängig vom Kanal gilt: Talent Relationship Management ist der Schlüssel. Nicht jeder gute Kontakt führt sofort zu einer Bewerbung. Wer vielversprechende Talente im Blick behält und den Kontakt pflegt, hat einen Vorsprung, wenn die Person bereit für einen Wechsel ist.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Employer Branding beginnt online: Junge Talente informieren sich über potenzielle Arbeitgeber im Netz, bevor sie sich bewerben. Ohne Karriereseite und Social-Media-Präsenz verlieren Sie Bewerber, ohne es zu merken.
  • Die Employer Value Proposition (EVP) beantwortet: Warum sollte ein Talent ausgerechnet zu uns kommen? Die Antwort muss authentisch sein — keine Werbeversprechen, sondern echte Einblicke.
  • Eine Karriereseite auf der eigenen Website ist Pflicht: Team, Kultur, Arbeitsbedingungen, offene Stellen — alles an einem Ort, der Ihnen gehört.
  • Video ist das unterschätzte Recruiting-Instrument: Kurze Teamvideos, Einblicke in den Kanzleialltag und Erfahrungsberichte schaffen Nähe und Authentizität wie kein anderes Format.
  • Regionale Kanzleien haben einen natürlichen Vorteil: Wer in Weimar oder Thüringen bleiben will, sucht gezielt — und findet weniger Konkurrenz als in Großstädten.

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